Ebola - Seit einem Jahr in Westafrika
Freetown/Conakry/Monrovia (APA) - Die Ebola-Epidemie sucht seit einem Jahr Westafrika heim. Am 28. Dezember starb in Guinea ein Kind, das al...
Freetown/Conakry/Monrovia (APA) - Die Ebola-Epidemie sucht seit einem Jahr Westafrika heim. Am 28. Dezember starb in Guinea ein Kind, das als „Fall Null“ in die Medizin-Geschichte eingehen wird als offenbar erste erkrankte Person. Mit 17. Dezember berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von seither 18.603 Erkrankungsfällen, davon 6.915 Todesfälle.
Der Beginn des bisher verheerendsten Ausbruchs der Ebola-Krankheit wurde bis zu dem einjährigen Emile Ouamanouno im Dorf Meliandou im Regenwald von Guinea zurückverfolgt. Der Sohn von Etienne Ouamouno war das erste Opfer. Es starb am 28. Dezember 2013. Eine Woche später folgte seine vierjährige Schwester Philomene. Dann seine Großmutter, Tante und Ende Jänner seine Mutter Sia, die im vierten Monat schwanger war. Etienne verlor sechs Familienmitglieder in weniger als einem Monat an eine Krankheit, von der er glaubte, sie sei das Ergebnis von Hexerei. „Ich dachte, mein Dorf ist gegen mich. Ich dachte, meine ganze Familie wird sterben. Ich verlor jede Hoffnung“, erzählte er später.
Doch Ebola verbreitete sich schnell im ganzen Dorf. Eine Beerdigung folgte der nächsten. Die Leichen wurden gewaschen, aufgebahrt und mit Gebeten versehen, so wie es in Guinea Tradition ist. Gerade afrikanische Begräbnisrituale dürften zur starken Verbreitung der wie aus dem Nichts auftauchenden Krankheit beigetragen haben.
Hilfsorganisationen und Wissenschafter haben in den vergangenen Monaten heftig die späte und schwache Reaktion der Weltöffentlichkeit auf die Seuche kritisiert. Die Behörden aus der Region, wo sie zunächst aufgetaucht war, alarmierten erst am 10. März das Gesundheitsministerium über eine rätselhafte Krankheit mit hoher Todesrate. Am 19. März bestätigte die Regierung von Guinea den Ausbruch von Ebola. Epidemiologische Ermittlungen zeichneten später nach, wie sich das Virus von Meliandou in die nächstgelegene Stadt Gueckedou ausgebreitet hatte und von dort in andere Landesteile.
Liberia und Sierra Leone waren bald erfasst. Mit knapper Not konnte ein Überspringen der Epidemie auf andere Staaten Afrikas - vor allem auf das bevölkerungsreichste Land, Nigeria - bisher verhindert werden. Die Tragödie aber geht weiter. Prophylaktische Impfstoffe, die nun schnell weiterentwickelt werden sollen, könnten erst in Monaten zur Verfügung stehen. Wissenschaftlich in Studien getestete Arzneimittel gegen die Infektion gibt es bis dato auch nicht.
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