Biomassewerk Kühtai heizt mit heimischem Holz

90 Prozent der Gebäude im Hochtal sind an das neue Werk angeschlossen. Binnen 15 Jahren sollten die Kosten amortisiert sein.

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Von Thomas Ploder

Kühtai –Nach nur viereinhalb Monaten Bauzeit loderten Donnerstagabend erstmals die Flammen im Kessel des Biomasseheizwerks in Kühtai. Für den Bezirk Imst als Klima-Energie-Modellregion bedeutet diese Anlage ein Vorzeigeprojekt, sprechen doch alle Fakten für die Errichtung ähnlicher Anlagen in vergleichbaren Strukturen, wie beispielsweise in Gurgl.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen, in Kühtai eine Fernwärmeversorgung zu errichten, gelang Peter Schatz, Klimaanlagenplaner aus Oetz, mit seinem Konzept der Durchbruch. Kurt Schwarz, der bereits im Stubai eine ähnliche Anlage errichtet hatte, gründete die Biowärme Kühtai 2020 GmbH, setzte gemeinsam mit Schatz das Konzept um, übernahm die Geschäftsführung und betreibt als Betriebsleiter das völlig automatisch laufende und fernüberwachte Werk alleine. Die Nennleistung der Anlage beträgt 2,5 MW und wird über ein 3,5 km langes Rohrnetz im Ganzjahresbetrieb an 90 Prozent aller Gebäude in Kühtai, überwiegend Tourismusbetriebe, verteilt.

Weil fast alle Abnehmer der Fernwärme einen sehr hohen Energiebedarf aufweisen, lässt sich das rund 4 Millionen Euro teure Werk bei attraktiven Abnahmekonditionen für die Kunden erfreulich wirtschaftlich betreiben. In Verbindung mit den Klima-Förderungen von Bund und Land liegt damit die Amortisationszeit der ausschließlich privat finanzierten Anlage bei lediglich 15 Jahren.

„Das gesamte Investitionsvolumen blieb in Österreich“, betont GF Kurt Schwarz, „rund 50 Prozent sogar im Bezirk Imst.“ Seitens der Standortgemeinde Silz floss kein Geld, diese stellte allerdings als 20-Prozent-Teilhaber der Trägergesellschaft die Fläche für Heizwerk und Rohrtrassen zur Verfügung. Wie BM Hermann Föger bei der offiziellen Inbetriebnahme erklärte, wurde die rasche und reibungslose Abwicklung aller behördlichen Abläufe durch die Umweltfaktoren entscheidend mitbestimmt. Das Werk verfeuert CO2-neutral ausschließlich heimische Biomasse aus einem Umkreis von 50 Kilometern, ersetzt rund eine Million Liter Heizöl und arbeitet nahezu geräuschlos. Die elektrostatischen Filter reduzieren den Ausstoß von Staub bei einem zulässigen Grenzwert von 50 Milligramm je Kubikmeter auf lediglich zehn Milligramm. So wollen die Betreiber die Luftqualität der Höhentrainingsregion Kühtai aufrechterhalten.

Derzeit muss die Asche noch deponiert werden, hier wünscht sich GF Kurt Schwarz innovative Ansätze aus der Landwirtschaft, um die reine Holzasche in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen.


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