Ärzte ohne Grenzen beklagen zu geringe Hilfe für Ebola-Opfer
Die Hilfsorganisation konzentriert sich nach ihren Angaben derzeit vor allem auf Sierra Leone, wo die Infektionsrate am stärksten steige.
Freetown/Conakry/Monrovia – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat eine zu geringe und zu späte Hilfe der internationalen Gemeinschaft für die von Ebola betroffenen Staaten in Westafrika beklagt. Die internationale MSF-Präsidentin Joanne Liu kritisierte im Magazin „Focus“ aus München, dass die Bekämpfung der Seuche „überwiegend lokalen Ärzten und Pflegern sowie humanitären Helfern“ überlassen worden sei.
Die Hilfe der internationalen Gemeinschaft „kam zu spät und war zu gering“. Der Ausbruch der Epidemie, von der vor allem die Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea betroffen sind, sei „anders als alles, was die Welt bisher gesehen hat“, sagte Liu dem Magazin. Die Hilfsorganisation konzentriert sich nach ihren Angaben derzeit vor allem auf Sierra Leone, wo die Infektionsrate am stärksten steige.
Seit dem Ausbruch von Ebola vor einem Jahr starben nach Angaben der Vereinten Nationen bereits mehr als 6.900 Menschen - praktisch alle Todesopfer gab es in den drei westafrikanischen Ländern. Mehr als 18.600 Menschen infizierten sich mit Ebola. (APA/AFP)
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