Neuer Pinakotheken-Chef Maaz: Kunst soll nicht so viel reisen

München (APA/dpa) - Der neue Chef der Münchner Pinakotheken will, dass Kunstwerke nicht mehr so viel reisen. „Wir müssen genau überlegen, wa...

München (APA/dpa) - Der neue Chef der Münchner Pinakotheken will, dass Kunstwerke nicht mehr so viel reisen. „Wir müssen genau überlegen, was wir etwa historischen Holztafeln zumuten“, sagte der designierte Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, im dpa-Interview. In Zeiten allgemeiner Mobilität müsse nicht die Cranach-Tafel zum Publikum, sondern das Publikum zur Cranach-Tafel reisen.

Es gebe immer wieder Verschleiß, wenn Kunst verschifft, geflogen und gefahren werde. „Und wir sind verpflichtet, die Werke so gut wie möglich für die Nachwelt zu erhalten“, erklärte Maaz. Im Übrigen dürfe ein Besucher nicht überraschend vor einer leeren Wand stehen, weil Bilder ausgeliehen sind: „Wenn ein Besucher nach drei Jahren noch einmal ins Museum kommt, soll er die Bilder wieder vorfinden, die ihn beeindruckt haben.“ Ein Museum müsse auch verlässlich sein.

Auch an sogenannten „Blockbuster“-Ausstellungen hat Maaz kein großes Interesse. „Es geht nicht um ‚Blockbuster‘, sondern um kluge Projekte, die gerne auch ein großes Publikum finden“, so Maaz. „Aber wer erwartet, dass man hier die große Dürer-Ausstellung macht in einer Zeit, in der Dürer kaum noch zu leihen ist, der wäre im Irrtum.“ Vielmehr müssten die Pinakotheken vermehrt mit ihrem eigenen „immensen“ Bestand punkten.

Maaz tritt im April sein Amt als Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an. Vorgänger Klaus Schrenk ist schon im Ruhestand.