Silvesterknallerei - Leiden für Tiere, Warnung vor illegalen Böllern

Wien (APA) - Wenn man das neue Jahr mit Raketen begrüßen will, sollte man die Finger von illegalen Produkten lassen. Eine ÖNORM definiert Mi...

Wien (APA) - Wenn man das neue Jahr mit Raketen begrüßen will, sollte man die Finger von illegalen Produkten lassen. Eine ÖNORM definiert Mindeststandards für pyrotechnische Gegenstände, darauf machte am Montag Austrian Standards aufmerksam. Tierschutzorganisationen wiesen unterdessen darauf hin, dass Vierbeiner unter der Knallerei besonders leiden.

Eine „hohe fünfstellige Stückzahl“ an hochgradig gefährlichen und unzulässigen Knallkörpern ist in Österreich - auch über den regulären Verkauf - in Umlauf gelangt, hatte das Innenministerium Ende November gewarnt. Wie viele derartige Böller nach einer Produktwarnung und der angekündigten Überprüfungen von Händlern sichergestellt wurden, darüber lagen zwei Tage vor Silvester bei der Pressestelle des Ressorts keine Zahlen vor.

Jeder vierte Österreicher lässt es zu Silvester laut Austrian Standards krachen. Raketen, Böller und andere Feuerwerkskörper bescheren dem Fachhandel alljährlich einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro. Ein strengeres Pyrotechnikgesetz verbietet seit dem Vorjahr in Österreich den Verkauf von Blitzknallsätzen, deren Spitzen-Lautstärke mehr als 120 Dezibel (vergleichbar mit dem Start eines Düsenjets) ausmacht. Damit sind auch die klassischen Schweizerkracher - dazu zählen die beliebten „Piraten“ - nicht mehr käuflich zu erwerben. Besitz und Verwendung sind aber aufgrund einer Übergangsfrist noch bis 2017 erlaubt.

Feuerwerkskörper, die seit Jänner 2010 erhältlich sind oder neu auf den Markt kommen, müssen ein CE-Kennzeichen aufweisen. „Dieses Zeichen ist das verlässliche Merkmal dafür, dass dieses Produkt allen gesetzlichen Anforderungen entspricht und auf Herz und Nieren geprüft wurde“, betonte Dagmar Schermann von Austrian Standards.

Im November waren in der Südoststeiermark ein 57-Jähriger und sein Sohn bei der illegalen Produktion von Böllern in großem Stil ums Leben gekommen. Der Entschärfungsdienst hat in diesem Jahr rund 3,5 Tonnen pyrotechnische Artikel vernichtet, die im vergangenen Jahr sichergestellt worden waren.

„Die Knallerei rund um Silvester bedeutet für viele Haustiere und Wildtiere extremen Stress. Einige geraten dadurch sogar in Lebensgefahr“, sagte Madeleine Petrovic. Die Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins erinnerte daran, dass die Knallerei in besiedelten Gebieten eigentlich komplett verboten ist. Wildtiere haben überhaupt keine Rückzugsmöglichkeit, die Organisation Vier Pfoten appellierte daher, in Nähe von Wäldern keine Silvesterraketen oder laute Knallkörper abzufeuern.