Flug QZ8501 - Malaysia nach drei Flugzeugkatastrophen in Schockstarre
Kuala Lumpur/Jakarta/Singapur (APA/AFP) - Drei Flugzeugkatastrophen in einem Jahr - dafür gibt es für viele Menschen in Malaysia nur eine Er...
Kuala Lumpur/Jakarta/Singapur (APA/AFP) - Drei Flugzeugkatastrophen in einem Jahr - dafür gibt es für viele Menschen in Malaysia nur eine Erklärung: „Auf uns lastet ein Fluch“, sagt Subramaniam Gurusamy. Sein Sohn war an Bord des Malaysia-Airlines-Flugs MH370, der im März spurlos verschwand. Im Juli stürzte eine Maschine der Fluggesellschaft über der Ostukraine ab. Nun verschwand auch noch ein Passagierflugzeug der malaysischen AirAsia.
Das ganze Land bangt um die 162 Menschen an Bord von Flug QZ8501, der auf dem Weg von Surabaya im Osten der indonesischen Insel Java nach Singapur verschwand. „Warum ist unser Land solchen Nöten ausgesetzt?“ fragt Subramaniam Gurusamy und dürfte damit die Gefühlslage zahlreicher Landsleute zum Ausdruck bringen.
Denn 2014 war nicht nur ein schwarzes Jahr für die Luftfahrt in Malaysia. Das Land hat auch noch mit den Folgen des schlimmsten Hochwasser seit Jahrzehnten zu kämpfen. 160.000 Menschen mussten wegen der Fluten ihre Häuser verlassen.
In den Kirchen Malaysias wurden am Montag Kerzen für die Insassen des verschollenen Flugzeugs angezündet. Gläubige beteten für die sichere Rückkehr der Vermissten. Auch in sozialen Netzwerken wurden aufmunternde Botschaften an die Angehörigen verschickt. „Unsere Gedanken sind bei den Familien, die mit großer Sorge Neuigkeiten über den Verbleib des Flugzeugs erwarten“, schrieb der Rat der malaysischen Kirchen auf seiner Facebook-Seite.
Er bete für alle Passagiere und Besatzungsmitglieder von Flug QZ8501, schrieb Twitter-Nutzer Paris Duarte. Vor allem sorge er sich um seinen Cousin Oscar Desano, der als Flugbegleiter an Bord der AirAsia-Maschine gewesen sei. „Gott möge meinem Land zur Hilfe kommen“, schrieb Angah Kalisa auf Facebook mit Blick auf das Hochwasser und die drei Flugzeugunglücke. „Wir hoffen und beten.“
Uthaya Kumar Pillai rief seine Landsleute auf seiner Facebook-Seite auf, zusammen zu beten, „unabhängig von unserer Herkunft“. Auch der Mufti des nördlichen Bundesstaats Perak, Harussani Zakaria, mahnte zur Geschlossenheit. „Wir sollten alle zusammenstehen und nach Frieden zwischen den Ethnien streben“, sagte der islamische Geistliche. Angesichts der politischen Grabenkämpfe werde die Bevölkerung in Malaysia von Gott auf die Probe gestellt.
AirAsia gehört dem malaysischen Unternehmer Tony Fernandes, der die Billigfluglinie nach der Übernahme 2001 auf einen aggressiven Wettbewerbskurs brachte. „Meine Gedanken sind bei den Passagieren und meiner Crew“, erklärte Fernandes via Twitter. Er setze seine Hoffnungen in die Einsatzkräfte.
Doch die groß angelegte Suche nach dem Flugzeug blieb zunächst erfolglos. Was viele befürchteten, sprach schließlich der Chef der indonesischen Such- und Rettungsbehörde, Bambang Soelistyo, aus: Das Flugzeug sei vermutlich abgestürzt und liege wohl „auf dem Meeresgrund“.