Polizist in China nach Tod von Wanderarbeiterin festgenommen

Peking (APA/AFP) - In China hat ein neuer Fall von Polizeigewalt eine Welle der Empörung ausgelöst. Ein Beamter wurde wegen des gewaltsamen ...

Peking (APA/AFP) - In China hat ein neuer Fall von Polizeigewalt eine Welle der Empörung ausgelöst. Ein Beamter wurde wegen des gewaltsamen Todes einer 47-jährigen Wanderarbeiterin in der nördlichen Provinz Shanxi festgenommen, wie die staatliche Zeitung „Global Times“ am Montag berichtete. Ein weiterer Polizist sei beurlaubt worden. Das örtliche Sicherheitsbüro erklärte, gegen die Beamten werde ermittelt.

Die Wanderarbeiterin sei keines natürliches Todes gestorben. Die Arbeiterin Zhou Xiuyun hatte laut Medienberichten auf einer Baustelle ausstehende Löhne für ihren Sohn in Höhe von umgerechnet 2.600 Euro verlangt. Die Lage sei eskaliert, als die Sicherheitskräfte die Frau wegbringen wollten, berichtete die Zeitung „Dahe“. Ein Polizist habe Zhou am Hals gepackt und auf den Boden geworfen.

Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn sei die Frau festgenommen und auf ein Polizeirevier gebracht worden. Ihr Mann wurde dort verprügelt, er erlitt vier Rippenbrüche. Auf einem im Internet veröffentlichten Video ist zu sehen, wie einer der Polizisten auf den Haaren der bewusstlosen Frau herumtrampelt.

Der Fall war nach dem vermissten AirAsia-Flugzeug das meistdiskutierte Thema im chinesischen Online-Netzwerk Sina Weibo. „Wer gab dir das Recht, Menschenrechte zu verletzen und die Würde anderer zu beleidigen?“ schrieb ein Nutzer. In zahlreichen Kommentaren wurden harte Strafen für die Täter gefordert.