Mutmaßlicher Drahtzieher von Mumbai-Anschlägen bleibt in Haft

Islamabad/Mumbai (Bombay) (APA/AFP) - Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge im indischen Mumbai (Bombay) im Jahr 2008 bleibt vorerst in ...

Islamabad/Mumbai (Bombay) (APA/AFP) - Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge im indischen Mumbai (Bombay) im Jahr 2008 bleibt vorerst in Gewahrsam der pakistanischen Polizei. Zwar hatte der Oberste Gerichtshof am Montag eine Haftanordnung der Regierung annulliert, doch wurden am Dienstag neue Vorwürfe gegen Zaki-ur-Rehman Lakhvi erhoben, wie die Polizei mitteilte.

Für mindestens zwei weitere Tage werde der Mann in Untersuchungshaft bleiben, verlautete aus Justizkreisen in Islamabad.

Der Fall ist zur Belastungsprobe für das Verhältnis zwischen Indien und Pakistan geworden. Indien wirft Pakistan vor, die mutmaßlichen Hintermänner der Mumbai-Anschläge mit 166 Todesopfern zu schonen. Lakhvi ist seit 2008 in Haft, der Prozess kam jedoch seitdem kaum voran. Am 18. Dezember gewährte ein Gericht seine Freilassung gegen Kaution. Noch am selben Tag verfügte die Regierung, er müsse in Haft bleiben. Diese Anordnung annullierte der Oberste Gerichtshof am Montag - und rief damit erneut scharfen Protest von Indien hervor.

Bevor Lakhvi am Dienstag freigelassen werden konnte, warf ihm ein Gericht eine Geiselnahme vor sechseinhalb Jahren vor, wie Polizeisprecher Mohammad Arshad mitteilte. Lakhvis Anwalt Rizwan Abbasi bestätigte, für weitere Ermittlungen müsse Lakhvi zwei weitere Tage in Haft bleiben. Er warf der Justiz vor, die neuen Vorwürfe konstruiert zu haben. Bei der Anhörung waren dutzende Polizisten und Spezialkräfte um das Gericht herum im Einsatz.

Bei der Anschlagsserie in Mumbai vor sechs Jahren, hinter der die verbotene pakistanische Gruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) vermutet wird, wurden 166 Menschen getötet. Gegen sieben Verdächtige wurde in Pakistan Anklage erhoben. Indien hat dem Nachbarn mehrfach vorgeworfen, die Verantwortlichen weder auszuliefern noch angemessen zu bestrafen. Die schleppenden Verfahren belasten die wegen des Kaschmir-Konfliktes seit langem angespannten Beziehungen der beiden Länder zusätzlich.