Wohnraum für Studenten bewegt Stadt
Grüne fordern einen Uni-Campus für Landeck. Im Gemeinderat wird eine Mietzinsbeihilfe für Studenten diskutiert.
Von Matthias Reichle
Landeck –„Bei den 72 Erstsemestrigen heuer bin ich mir sicher, dass wir in drei Jahren circa 150 bis 200 Studierende in Landeck haben werden“, ist Ahmet Demir überzeugt. Der Grüne Landtagsabgeordnete und Landecker Gemeinderat drängt derzeit darauf, auf den Zuzug von jungen Leuten in die Stadt zu reagieren. Seit Herbst gibt es in der Bezirksstadt den dislozierten Universitätslehrgang für Gesundheit, Sport, Tourismus und Wirtschaft. „Dies würde sich natürlich auf den Wohnungsmarkt in Landeck auswirken und könnte die Mietpreise wie in Innsbruck in die Höhe treiben“, befürchtet Demir derzeit.
Er hat dem Landecker Gemeinderat kürzlich per E-Mail seine Vision eines Landecker Studentencampus übermittelt – und zwar im Bereich des Landecker Stadtplatzes anstelle der Volksschule Angedair und der Neuen Mittelschule Clemens Holzmeister, die beide dringend saniert werden müssten. „Dann könnte man die NMS und die Volksschule in einem verkehrsberuhigten Teil der Stadt neu bauen und müsste sich keine Gedanken wegen möglicher Gefahren vor Ort machen.“ Demir kann sich gut vorstellen, dass sich Landeck in Zukunft zur Mini-Universitätsstadt im Westen entwickelt.
Dass es vor allem mit den kleinen Wohnungen knapp werden könnte, glaubt auch der Landecker VP-Wohnungsreferent Herbert Mayer – daran herrsche in der Bezirksstadt ein allgemeiner Mangel. Er wirft Demir aber ein Informationsdefizit vor. Geförderte Wohnungen Studenten zur Verfügung zu stellen, sei allein aus den Wohnbaurichtlinien des Landes heraus gar nicht möglich.
Einen Studentencampus kann er sich nur vorstellen, wenn weitere Studiengänge nach Landeck kommen werden. Man werde im Jänner-Gemeinderat aber eine Mietzinsbeihilfe für Studenten diskutieren, berichtet er. Akuten Wohnungsmangel gibt es aktuell noch nicht. Es gebe noch keine Anfragen von Studenten bei der Stadt.