Erste-Chefanalyst - Russische Banken von mehreren Seiten unter Druck
Wien (APA) - Der russische Bankensektor steht derzeit von mehreren Seiten unter Druck. Ganz gewichtig ist der Druck von der Ölpreis-Front, s...
Wien (APA) - Der russische Bankensektor steht derzeit von mehreren Seiten unter Druck. Ganz gewichtig ist der Druck von der Ölpreis-Front, sagten die Analysten der Erste Group.
Sollte der Ölpreis weiterhin so niedrig bleiben, werde dies die russische Ölwirtschaft in Bedrängnis bringen und angeschlagenen Unternehmen Schwierigkeiten bereiten, ihre Schulden zurückzuzahlen.
„Der gesunkene Ölpreis und die Sanktionen gegen Russland werden 2015 zu einem Wirtschaftsabschwung führen und den Druck auf private Haushalte erhöhen. Diese werden unter hoher Arbeitslosigkeit und Kaufkraftverlust leiden, da die Inflation die Lohnerhöhungen deutlich übersteigen wird“, prognostizierte am Dienstag Erste-Chefanalyst Fritz Mostböck. Bei Firmenkrediten werden die Ausfälle steigen. Auch auf die privaten Haushalte steige der Druck.
Wegen des Konflikts mit der Ukraine haben Russlands Banken keinen Zugang zu Finanzierungen in diversen Währungen aus westlichen Ländern. Diese Finanzierungen waren früher eine wesentliche Finanzquelle. Gleichzeitig wurde die Finanzierung in Rubel kostspieliger, da die russische Nationalbank die Zinsen deutlich anheben musste, um dem Verfall des Wechselkurses entgegenzuwirken.
„Der kritische Parameter ist in diesem Szenario der Ölpreis. Je länger der Ölpreis niedrig bleibt, umso größer ist das Risiko für die russischen Banken“, fürchtet Mostböck.