Brand auf griechischer Fähre - Gerettete Tiroler in Griechenland
Innsbruck/Athen (APA) - Die beiden am Sonntag von der brennenden Fähre „Norman Atlantic“ geretteten Tiroler befanden sich am Dienstag in Gri...
Innsbruck/Athen (APA) - Die beiden am Sonntag von der brennenden Fähre „Norman Atlantic“ geretteten Tiroler befanden sich am Dienstag in Griechenland. Die nicht miteinander verwandten Männer wurden mit einem Rettungsschiff nach Igoumenitsa gebracht, teilte Clemens Mantl, Sprecher des Außenministeriums in Wien, der APA mit. Die beiden Österreicher waren zur Abklärung in einem Krankenhaus.
Einer der Tiroler wurde kurzzeitig in dem Spital behandelt. Er habe keine gröberen Verletzungen davongetragen, leide aber an Bluthochdruck, sagte der Bruder des türkisch-stämmigen Tirolers, Haci Güyen, der APA. Sein Bruder sei am Montag in das Krankenhaus eingeliefert worden, meinte Güyen, der seit dem Unglück mehrmals kurz telefonisch mit ihm in Kontakt stand. Dienstagmittag soll er laut eigenen Angaben von Mitarbeitern des deutschen Konsulats wieder abgeholt werden und anschließend die Heimreise nach Österreich antreten. „Er will auf dem Landweg zurück nach Tirol, weil er Flugangst hat“, erklärte Güyen.
Seinem Bruder gehe es „psychisch schlecht“, meinte er. Bei den Telefonaten wolle er nicht viel über das Geschehene reden und lege immer gleich wieder auf. Der Tiroler Passagier hatte unmittelbar nach Ausbruch des Brandes auf der Fähre Sonntagfrüh seinen Bruder angerufen. Dieser verständigte daraufhin die Leitstelle Tirol. Diese wiederum nahm dann unter anderem Kontakt mit dem Außenministerium auf.
„Er hat gesagt, dass das Schiff brennt und dass hier alle sterben. Er hat sich von mir verabschiedet“, schilderte Güyen die dramatischen Stunden. Als er das nächste Mal von seinem Bruder gehört habe, habe sich dieser bereits auf einem Rettungsschiff befunden, zu dem er als einer der ersten mit einem Hubschrauber ausgeflogen worden war. Dabei habe er ihm auch erzählt, dass er in Panik von der Fähre ins Wasser habe springen wollen, vom Kapitän aber davon abgehalten wurde.
Später sei der Tiroler auf ein zweites, größeres Rettungsschiff gebracht worden. Dieses konnte er schließlich am Montag verlassen. Der zweifache Familienvater, der in Schlitters im Zillertal lebt, befand sich auf der Rückreise von einem Heimaturlaub in der Türkei.
Der Konsul der österreichischen Botschaft in Griechenland war laut Mantl auf dem Weg zu den geretteten Tirolern. Er sollte abklären, was die beiden für ihre Heim- oder Weiterreise benötigen.
Die zwei Männer waren unter jenen Passagieren, die am Sonntag von Bord gebracht wurden. Das Feuer war Sonntagfrüh ausgebrochen, die Evakuierung der knapp 500 Reisenden und Besatzungsmitglieder dauerte bis Montagnachmittag. Eine Vorarlbergerin wurde unterkühlt in ein Krankenhaus bei der süditalienischen Stadt Lecce gebracht, ihr ebenfalls geretteter erwachsener Sohn sowie ein Salzburger Mitarbeiter einer Hilfsorganisation befanden sich am Dienstag noch auf einem Schiff der italienischen Marine.