Brand auf griechischer Fähre - Vorarlbergerin verließ Krankenhaus

Lecce/Rom/Dornbirn (APA) - Die Vorarlbergerin, die von der in Brand geratenen griechischen Fähre im Mittelmeer gerettet wurde, hat am Dienst...

Lecce/Rom/Dornbirn (APA) - Die Vorarlbergerin, die von der in Brand geratenen griechischen Fähre im Mittelmeer gerettet wurde, hat am Dienstagnachmittag das Krankenhaus der süditalienischen Kleinstadt Galatina nahe der apulischen Hafenstadt Lecce verlassen. Die 65-Jährige war mit einer starken Unterkühlung eingeliefert worden. Obwohl sie noch mitgenommen sei, ist die Frau gesundheitlich wohlauf, berichteten die Ärzte.

Die in Dornbirn lebende Frau türkischer Abstammung wartet jetzt auf ihren 35-jährigen Sohn, der mit ihr auf der Autofähre „Norman Atlantic“ war. Zusammen mit einem Salzburger Mitarbeiter einer Hilfsorganisation befand er sich an Bord des italienischen Marineschiffs „San Giorgio“, das noch am Unfallort bei der Suche nach Vermissten im Einsatz war und möglicherweise am Dienstagabend in der apulischen Hafenstadt Brindisi eintreffen soll. Mutter und Sohn hatten einige Tage bei Verwandten in Istanbul verbracht und waren auf der Heimreise, als das Unglück geschah.

Auf den Vorarlberger wartet in Brindisi neben der Mutter auch sein 41-jähriger Bruder, Mustafa Hazir, der aus Dornbirn in die süditalienische Stadt reiste. „Meiner Mutter geht es den Umständen entsprechend gut. Sie ist aber noch mitgenommen. Sie hat einen großen Schrecken erlebt. Sie wurde mit anderen Passagieren nachts vom Rauch geweckt. In Panik sind die Passagiere aufs Deck gerannt, viele waren in Pyjamas, einige hatten nur Socken an, oder waren sogar barfuß. Stunden lang standen sie frierend auf dem Deck. Es gab keine Decken. Viele Passagiere mussten 36 Stunden lang ohne Wasser und Lebensmittel ausharren“, berichtet der 41-jährige Hazir im Gespräch mit der APA.

Die Mutter habe an Bord des brennenden Schiffes furchtbare Szenen erlebt. „Riesenraufereien sind ausgebrochen, weil einige Männer älteren Menschen, Kindern und Frauen bei dem Rettungseinsatz nicht den Vorrang geben wollten. Die Todesangst hat das Animalische im Menschen geweckt. Das Schiff hat wegen der hohen Wellen stark gewackelt, die Rettungsaktion war besonders schwierig“, betonte Hazir, der mit seinem Bruder in der Gastronomie arbeitet.

„Mein Bruder hat sich mit seiner Frau in Dornbirn in Verbindung gesetzt und versichert, dass er wohlauf ist. Seine beiden Kinder im Alter von sieben und vier Jahren warten auf ihn. Wir hoffen, dass er bald in Brindisi eintrifft, so dass wir nach Hause zurückkehren können. Wir hoffen, Silvester daheim feiern zu können“, meinte Hazir.

Das österreichische Konsulat hat bereits die Heimkehr für die Österreicher aus Brindisi organisiert. Hazir dankte dem Personal des Krankenhauses, das seine Mutter behandelt hat. „Sie waren vorbildhaft. Die Behandlung hätte nicht besser sein können“, meinte der Vorarlberger.