Singles müssen anspruchsvoll sein
Ulla Baumgartner hat ihre Partnersuche bei „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ in einem Buch humorvoll aufgearbeitet.
Von Alexandra Plank
Innsbruck –Das Wichtigste zuerst: „Ich bin noch Single“, erzählt die Innsbruckerin Ulla Baumgartner, als wir sie in ihrer geschmackvollen Wohnung besuchen. Die fesche Mitfünfzigerin hat sich im Sommer 2013 bei der Kuppelshow von Elizabeth T. Spira beworben. Die Sendung „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ sehen bis zu eine Million Zuschauer pro Ausgabe. „Mein Sohn ist ausgezogen und dann habe ich mich zur Bewerbung entschlossen“, sagt Baumgartner, die seit ihrem 36. Lebensjahr Witwe ist. „Bevor ich die E-Mail abgeschickt habe, habe ich zwei Gläser Wein getrunken. Für so etwas braucht es Mut, ich würde sogar sagen Übermut“, erzählt die leidenschaftliche Laienschauspielern.
Bereits zwei Wochen später war sie auf Sendung. „Als mich Frau Spira zuhause besucht hat, war ich sehr aufgeregt. Das Team hat sofort die Porzellanpferde vom Schrank geholt, die ich von meiner Mutter bekommen habe“, erzählt die Immobilienvermittlerin. „Ich habe mich immer gefragt, ob Spira die ganzen Plüschtiere und Scheußlichkeiten mitbringt, aber sie hat ein Auge für dekorative Kleinigkeiten“, sagt Baumgartner. Behutsam hat sie ihr Umfeld auf die Sendung vorbereitet. „Alle haben mir gratuliert. Nur meine Mutter war zuerst schockiert“, erinnert sich Baumgartner. Letztlich war sie dann doch stolz, vor allem darauf, dass ihre Pferde so prominent ins Bild gerückt wurden.
Über 120 Bewerber haben sich gemeldet. Eine Handvoll hat sie getroffen. Wie das ablief, erzählt Baumgartner in ihrem Buch „Märchenprinz gesucht“ (Infos: www.maerchenprinz-gesucht.at).
Da gab es einen Bayern, der bei ihr ins Auto einstieg und gleich einen fahren ließ und einen Ehrgeizling, der ihr bei der Radtour davonradelte. „Manche sagen, ich bin zu heikel, aber wir Singles haben das Recht, anspruchsvoll zu sein“, sagt Baumgartner. Spricht’s und stößt mit einem Glaserl Prosecco auf die Männer an, „ohne die wir Frauen, trotz allem nicht können“.