Nach Schießerei: Weiterer mexikanischer Bürgerwehrchef stellte sich
Mexiko-Stadt (APA/dpa) - Nach einer Schießerei mit elf Toten hat sich auch der zweite Bürgerwehr-Chef der mexikanischen Unruheregion Michoac...
Mexiko-Stadt (APA/dpa) - Nach einer Schießerei mit elf Toten hat sich auch der zweite Bürgerwehr-Chef der mexikanischen Unruheregion Michoacan den Behörden gestellt. Luis Antonio Torres alias „El Americano“ und neun seiner Anhänger wurden am Dienstag in die Provinzhauptstadt Morelia zur Vernehmung gebracht, wie der Sicherheitschef von Michoacan, Alfredo Castillo, sagte. Insgesamt seien 56 Haftbefehle erlassen worden.
Bereits am Samstag hatte sich Torres‘ Rivale Hipolito Mora gestellt. Mitte Dezember waren bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Milizen in der Ortschaft La Ruana elf Menschen ums Leben gekommen, darunter Moras Sohn Manuel. Eine Untersuchungsrichterin machte Moras Einheit für zehn der elf Toten verantwortlich.
Der Anwalt des Limonen-Farmers und Gründers der Bürgerwehren sagte im Radio, Mora sei angegriffen worden und habe sich lediglich verteidigt. Torres‘ Verteidiger hingegen wollte Videos vorlegen, die die Unschuld seines Mandanten beweisen sollen.
Die Bürgerwehren hatten sich im vergangenen Jahr im Kampf gegen das Drogenkartell „Caballeros Templarios“ (Tempelritter) gegründet. In schweren Gefechten drängten sie die Bande zurück. Während die Behörden sie zunächst noch tolerierten, forderten sie nach einer massiven Sicherheitsoffensive die Demobilisierung der Milizen.
Anfang Juni traten zahlreiche ehemalige Kämpfer der Selbstverteidigungsgruppen einer neu geschaffenen ländlichen Polizeitruppe bei. Mora wirft seinem Konkurrenten Torres vor, Sympathisanten der Tempelritter in seinen Reihen zu dulden.