Brand auf Fähre: Österreicher saßen wegen Schnee in Brindisi fest
Allen Österreichern, die das Fährunglück heil überstanden haben, geht es den Umständen entsprechend gut. Auf die Heimreise müssen sie jedoch noch eine Weile warten.
Brindisi – Die Heimfahrt der österreichischen Schiffbrüchigen, die den Brand an Bord der Autofähre „Norman Atlantic“ überlebt haben und am Dienstagabend in der süditalienischen Hafenstadt Brindisi eingetroffen waren, drohte sich zu verzögern. Wegen Schnee wurde der Flughafen der süditalienischen Stadt Brindisi gesperrt, alle Flüge wurden gestrichen.
„Die österreichischen Schiffbrüchigen sitzen in Brindisi fest. Wir wissen nicht, wann sie nach Hause fliegen können“, berichtete eine Sprecherin der österreichischen Botschaft in Rom. Gedulden mussten sich auch mehrere andere Schiffbrüchige. Der Flughafen der Apulien-Hauptstadt Bari wurde ebenfalls witterungsbedingt gesperrt.
In Brindisi befanden sich ein Salzburger, ein Vorarlberger und seine Mutter, die den Brand an Bord der Autofähre „Norman Atlantic“ überlebt hatten. Auch der Bruder des Vorarlbergers ist in Brindisi und wartet auf den Abflug. Die Familie will nach Zürich fliegen und von dort aus in den Heimort Dornbirn weiterreisen. Der Salzburger und der Österreicher waren am Dienstagabend an Bord des Marineschiffes „San Giorgio“ in Brindisi eingetroffen. Zuvor war die Mutter des 35-jährigen Vorarlbergers gerettet und nach Apulien gebracht worden.
„Allen Österreichern geht es den Umständen entsprechend gut“, berichtete am Mittwoch das Außenministerium. Ressortchef Sebastian Kurz (ÖVP) dankte den Rettungskräften sowie den Mitarbeitern der österreichischen Botschaften in Rom, Athen und Wien für ihren Einsatz.
Das Feuer war am Sonntagfrüh auf der Fähre aus noch ungeklärter Ursache auf dem unteren Parkdeck ausgebrochen. Wegen des schlechten Wetters konnten Passagiere und Besatzungsmitglieder nicht von anderen Schiffen aufgenommen werden, sondern mussten einzeln mit Hubschraubern von Bord gehievt werden. Bisher wurden elf Menschen tot geborgen, die an Bord des Schiffes waren. Zudem kamen zwei albanische Einsatzkräfte beim Abschleppversuch der Fähre ums Leben. Die Behörden befürchteten unterdessen, dass weit mehr Menschen ums Leben gekommen sein könnten. (APA)