Erste Liga

Wacker-Boss Gunsch: „Es ist leicht im Kreis der Jammerer“

Wacker-Präsident Josef Gunsch.
© Gepa

Jahreswechsel, Zeit für einen Blick zurück. Wacker-Präsident Josef Gunsch tut das durchaus selbstkritisch – und hoffnungsvoll.

Von Florian Madl

Innsbruck – Die nachweihnachtliche Hektik scheint Josef Gunsch nichts anhaben zu können, der Milser sitzt gelassen in einem belebten Innsbrucker Kaffeehaus. Wo will der 40-Jährige, der in seinem ersten Amtsjahr abstieg, mit seinem Verein am Silvestertag 2015 stehen? Und wo am Silvestertag 2017, wenn viele Proponenten des Landes den Verein wieder in der höchsten Spielklasse des heimischen Fußballs erwarten. Josef Gunsch machte sich darüber laut Gedanken – und formulierte Kernsätze.

„Es ist leicht, sich im Kreis der Jammerer einzufügen.“ Mit der neuen Konstellation rund um den Beirat (Nick Neururer!) scheint ein strategisch wichtiger Schritt gelungen zu sein. Gerade in schwierigen Zeiten würden sich positiv denkende Menschen dem Verein zuwenden.

„Zu Beginn war wenig Knowhow da, wir kannten wenige Leute aus dem Fußball-Umfeld. Das hat sich geändert.“ Noch nagt der Vorstand an manchem Fehler aus seiner Lehrzeit (seit August 2014 im Amt). Die personelle Fluktuation muss sich ändern, das weiß auch Präsident Gunsch. Zwischenzeitlich saßen nur zwei Leute in der Geschäftsstelle – einem Spitzenklub darf das nicht passieren.

„Ich schöpfe meine Energie aus Lösungen, nicht aus Problemen.“ Ein löblicher Zugang, Probleme hatte der Verein vor allem in seiner Außenwirkung. Mit der anstehenden Restrukturierung, mit der anhaltenden wirtschaftlichen Konsolidierung, mit den erhofften Erfolgen soll sich das ändern.

„Es braucht auch Niederlagen. Wenn es brenzlig ist, dann ist es auch spannend.“ Der sportliche Querlauf bremste laut Präsident Josef Gunsch die Arbeit im Hintergrund, die Basis müsse weiter verbessert werden. In der Sponsorenakquise sollen neue Akzente gesetzt werden; und mit dem neuen Standort der Geschäftsstelle soll der Verein nicht mehr untergehen, sondern buchstäblich an die Front rücken.

„Wir investieren viel Freizeit in den Verein. Wir geben unser Bestes, damit sich die Fans freuen können.“ Sein Einsatz und (positives) Feedback stehen noch in einem groben Ungleichgewicht. Josef Gunsch ist sich sicher, dass sich das ändern wird: Man wolle derzeit die Basis für die Zukunft schaffen. Große Motivation für sein Ehrenamt habe er nach wie vor.

„Wir holen aus den derzeitigen Möglichkeiten das Maximum heraus.“ Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Tirol sind nicht die besten, mit ausbleibenden Erfolgen und negativen Nebengeräuschen würde sich das nicht bessern. An einer Verbesserung des Klimas wird gearbeitet, mit der Stadt ist man bereits in Gesprächen.

„Alles braucht seine Zeit. Im kommenden Jahr wird sich viel auflösen, dann werden die Leute auch den Sinn mancher Entscheidungen verstehen.“ Das betrifft vor allem die jüngsten Personalentscheidungen, von denen sich Gunsch einiges erwartet. An der Spitze: der neue Trainer Klaus Schmidt. Nur Kontinuität, weiß der Präsident, führe langfristig zum Erfolg.

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