Ski-WM: Nach Kitzbühel „steht“ das WM-Team für Vail/Beaver Creek

Vail (Colorado)/Beaver Creek/Innsbruck (APA) - Am 12. Jänner muss der ÖSV den erweiterten WM-Kader bekannt geben, am Montag nach Kitzbühel u...

Vail (Colorado)/Beaver Creek/Innsbruck (APA) - Am 12. Jänner muss der ÖSV den erweiterten WM-Kader bekannt geben, am Montag nach Kitzbühel und St. Moritz (26. Jänner) und damit einen Tag vor dem Nightrace in Schladming das endgültige Team für Vail/Beaver Creek. Dieses darf wieder höchstens 24 Personen umfassen, davon maximal 14 von einem Geschlecht. Diesmal werden es voraussichtlich 25 sein, weil Marcel Hirscher Titelverteidiger im Slalom ist.

Damit könnte der kuriose Fall eintreten, dass in einer Disziplin das komplette aktuelle Weltcup-Team zur WM darf. Weil gerade im Herren-Slalom akuter Nachwuchsmangel besteht und der 23-jährige Ex-Junioren-Weltmeister Manuel Feller wegen seiner Rückenprobleme die Saison beenden musste, sind zuletzt in Aare und Madonna di Campiglio mit Hirscher, Benjamin Raich, Mario Matt, Reinfried Herbst und Wolfgang Hörl nur noch fünf ÖSV-Herren am Start gewesen.

Bei der WM 2013 in Schladming musste der frühere Olympia-Zweite Herbst noch zuschauen. Heute sind Herbst (36) sowie die beiden Olympiasieger Raich (35) und Matt (34) deutlich über 30 Jahre alt und werden wohl bald Manfred Pranger in die Ski-Pension folgen.

Obwohl vor der WM mit Zagreb, Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming wie immer noch gleich fünf Herren-Slaloms auf dem Programm stehen, wird sich der Kampf um die WM-Tickets diesmal in überschaubaren Grenzen halten. Es ist aber doch auch die große Chance für junge Europacup-Fahrer wie Marco Schwarz, Michael Matt usw., aufgrund ihres Alters noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Denn bis auf Hirscher gab es noch keine Glanztaten eines Athleten, Sotschi-Olympiasieger Mario Matt ist zwar schnell unterwegs, schied aber in allen drei Saisonrennen aus.

Verletzungen und schwache Jahrgänge macht ÖSV-Sportdirektor Hans Pum für die aktuellen Probleme im Herren-Slalom verantwortlich. Die Versäumnisse, vor allem im Nachwuchsbereich, sind freilich offensichtlich. „Solche Wellentäler gibt es aber überall. Wir sind alle an der Arbeit und tun alles, um dieses Loch möglichst schnell zu schließen“, versicherte Pum.

Wie immer werde für die endgültige WM-Nominierung aber das Gesamtbild ausschlaggebend sein, bekräftigte Pum einen Monat vor WM-Beginn. Auch diesmal wird eine Frage sein, ob und wie viele reine Spezialisten wegen taktischer Überlegungen in den Speed-Bewerben Platz im WM-Aufgebot finden. Pum: „Es kommt einfach darauf an, wie man die einzelnen Disziplinen am besten besetzt.“

Im Riesentorlauf ist es derzeit auch noch relativ leicht, zur WM zu kommen. Neben Hirscher, der drei der vier Saisonrennen gewonnen hat, und dem ebenfalls stark fahrenden Raich machen sich die Spezialisten Christoph Nösig und Philipp Schörghofer Hoffnung. Matthias Mayer und Hannes Reichelt, die über die Speedbewerbe bereits die WM-Teilnahme in der Tasche haben dürften, sind aber für den Riesentorlauf ebenfalls noch nicht aus dem Rennen.

Ein Gerangel gibt es indes wie üblich im Super-G. Beaver-Creek-Sieger Reichelt und der Lake-Louise-Zweite Mayer haben Podestplätze vorzuweisen. Otmar Striedinger und Vincent Kriechmayr waren je einmal Vierter, Max Franz Fünfter, Georg Streitberger Sechster sowie Romed Baumann Achter. In der Abfahrt darf sich bis dato nur Olympiasieger Mayer dank Rang zwei in Santa Caterina sicher fühlen. Dahinter ist das Rennen offen, am konstantesten vorne mit dabei war Reichelt mit vier Top-11-Rängen. Weitere Anwärter sind Baumann (einmal 5.), Franz (7.) und Striedinger (4.). Noch auf den ersten Spitzenplatz in einem Speedrennen warten u.a. Klaus Kröll und Joachim Puchner.

Bei den Damen ist das Trio Kathrin Zettel, Aspen-Siegerin Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser für den Slalom so gut wie fix. Carmen Thalmann (einmal 7.), Bernadette Schild und Alexandra Daum (je einmal 10.) sind nach aktuellem Stand Kandidatinnen auf den vierten Startplatz. Ihre Fahrkarte im Riesentorlauf gelöst haben mit je einem Saisonsieg und weiteren Topplatzierungen Anna Fenninger und Eva-Maria Brem. An Zettel (je einmal 2. und 4.) sollte ebenfalls kein Weg vorbeiführen, Kirchgasser (5.) und Elisabeth Görgl (8.) matchen sich um den vierten Spot. Allerdings steht vor der WM kein Weltcup-Rennen in dieser Disziplin mehr auf dem Programm.

Das Super-G-Quartett sollten Görgl und Fenninger als Erste und Zweite von Val d‘Isere anführen. Cornelia Hütter meldete sich mit einem fünften und einem achten Platz laut an, laut Saisonleistungen sind auch Hosp, Nicole Schmidhofer und Mirjam Puchner ein Thema. Ähnlich schaut es in der Abfahrt aus: Fenninger, Görgl (je einmal 2.) und Hütter (5.) dürften fix sein, dahinter drängen sich Schmidhofer, Puchner und Hosp. U.a. Andrea Fischbacher und Regina Sterz müssen auf Topleistungen bei den Speedbewerben in Bad Kleinkirchheim, Cortina und St. Moritz hoffen.