Ebola - Laut neuer WHO-Bilanz forderte Epidemie mehr als 7.900 Tote
London/Freetown/Conakry (APA/dpa) - Mindestens 7.905 Menschen sind der Ebola-Epidemie bisher zum Opfer gefallen, wie eine am Silvesterabend ...
London/Freetown/Conakry (APA/dpa) - Mindestens 7.905 Menschen sind der Ebola-Epidemie bisher zum Opfer gefallen, wie eine am Silvesterabend veröffentlichten Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt. Einer infizierten britischen Krankenschwester ging es unterdessen den Umständen entsprechend gut. Sie könne mit ihrer Familie sprechen, aufrecht sitzen, lesen und Nahrung zu sich nehmen, sagte ihr Arzt Michael Jacobs.
Eine Prognose für die nächsten Tage wagte der Mediziner am Mittwoch in London nicht, da die Krankheit unberechenbar sei. Die Patientin wird mit einem experimentellen Medikament und Blutplasma eines Überlebenden der Krankheit behandelt. Den Namen des Medikaments nannte der Mediziner nicht. Es handle sich aber nicht um das bereits mehrfach bei Ebola-Patienten angewandte „ZMapp“.
Die Krankenschwester hatte sich bei einem Ebola-Hilfseinsatz für die Organisation Save the Children in Sierra Leone angesteckt und war nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien am Sonntagabend krank geworden. Sie wird in einem Londoner Krankenhaus behandelt.
Der Fall hat in Großbritannien Zweifel an der Wirksamkeit von Kontrollen für Reisende mit Ebola-Risiko hervorgerufen. Seit Oktober sind an vier Flughäfen und einem internationalen Bahnhof mehr als 1.700 Menschen untersucht worden, die aus Westafrika gekommen sind. Auch die Krankenschwester war kontrolliert worden, durfte aber vom Londoner Flughafen Heathrow weiter nach Glasgow fliegen. Sie habe keinerlei Symptome gezeigt, sagte die höchstrangige Ratgeberin der Regierung in Gesundheitsfragen, Sally Davies, dem Sender ITV. Sie sei daher nicht ansteckend gewesen.
Von Ebola mit Abstand am schwersten betroffen sind die westafrikanischen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone, wo seit dem Ausbruch vor etwas mehr als einem Jahr mehr als 7.890 Menschen an dem Ebola-Virus gestorben sind. Da teilte die WHO mit.
Insgesamt wurden demnach bisher 20.206 Infektionen registriert. Die WHO geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Forscher nehmen an, dass das Virus von Flughunden oder Fledermäusen zum Menschen gelangt ist. Erst kürzlich hatte eine Studie darauf hingewiesen, dass der Erreger zu Beginn der aktuellen Epidemie möglicherweise von Fledermäusen auf einem Baum, an dem Kinder häufig spielten, auf einen zweijährigen Knaben übertragen wurde.
(Feiertagszusammenfassung)
~ WEB http://www.who.int/en/ ~ APA191 2015-01-01/12:52