Musik

Otto Schenk, der Süchtigmacher

Wovon Kapellmeister träumen und welche Konzertschlaftechniken empfehlenswert sind: Otto Schenk begrüßt 2015 mit „Humor nach Noten“.

Von Ivona Jelcic

Innsbruck –Das neue Jahr ist angebrochen – und wer noch keine guten Vorsätze gefasst oder dieselben schon wieder gebrochen hat, wird von Otto Schenk mit sanfter Vehemenz wieder auf den Pfad der Tugend geschoben. Von allerlei Süchten und dass man sie tunlichst überwinden möge, erzählt Schenk da – für sein Publikum bleibt aber ohnehin er selbst der größte Süchtigmacher. Auch in seinem Programm zum Jahreswechsel hat der Schauspieler, Autor, Regisseur und Vollblutkomödiant die Lacher auf seiner Seite, wenn er aus dem Nähkästchen des gefragten Opernregisseurs erzählt, über die besten Konzertschlaftechniken (Obacht vor bösen Gesichtsentgleisungen!) sinniert und schließlich auch selbst zum Taktstock greift.

Die Ungarische Kammerphilharmonie erweist sich dabei als kongenialer Partner – wobei Schenk deren musikalischen Leiter Konrad Leitner bald an die Tschinellen strafversetzt. Um bei Radetzkymarsch und Pizzicato-Polka mit Händen, Füßen und höchst agilem Hüftschwung selbst das Dirigentenpult zu erobern. 2015 feiert die Theaterlegende ihren 85. Geburtstag, die Bühne dürfte wohl auch darüber hinaus Otto Schenks Zuhause bleiben. Schließlich gibt es nach wie vor unheimlich viel zu erzählen: Anekdoten aus seinen Büchern wie „Sternstunden des Josef Bieder“ oder „Darum das ganze Theater“, literarische Leckerbissen wie Anton Kuhs heitere Kapellmeister-Parodie, die Erinnerungen eines 2. Geigers, eigene Beobachtungen und Geschichten aus einer jahrzehntelangen Karriere. Man hört immer wieder gerne zu.