Bypass für kaputten Abwasserkanal
Nach Felssturz mussten die Abwässer tagelang nach Maurach transportiert werden.
Von Josef Lackner
Achenkirch –Der große Felssturz, der am Stefanitag (die TT berichtete) auf die alte Uferstraße im Bereich des Straßentunnels bei Achenkirch niederging, bedeutete für die Sicherstellung einer funktionierenden Abwasserentsorgung im Achental eine enorme Herausforderung.
Bei diesem Naturereignis wurde nämlich der Hauptstrang der Gussrohrleitung mit den Abwässern aus Achenkirch und Steinberg in Richtung Verbandskläranlage Strass so schwer beschädigt, dass keine Ableitung mehr möglich war. Gerade während der touristisch ausgelasteten Weihnachtsferien und somit einer starken Beanspruchung des Abwassersystems, galt es für die Verantwortlichen des AIZ, rasch zu handeln.
„Bei den drei Pumpwerken in Achenkirch besteht zwar ein Speicher für 560 m³ Abwasser, der eingebaute Notüberlauf kann aber nicht beansprucht werden, da die Abwässer dann in die Ache gelangen und in weiterer Folge auch eine Gefahr für den Sylvensteinsee in Bayern darstellen würden“, erklärte Betriebsleiter Christian Fimml. Mit zehn Saug- und Tankwagen wurden die Abwässer aus den drei Pumpwerken in Achenkirch geholt und auf der Straße nach Maurach transportiert, wo sie wieder ins System „eingespeist“ wurden. Von 7 Uhr bis nach 20 Uhr abends mussten auf diese Weise mehrere Tage lang an die 1500 m³ Abwässer täglich transportiert werden. Im nächsten Schritt wurde die Verlegung eines 250 Meter langen Bypasses durch den Tunnel als Ersatz für die zerstörte Leitung mit Hochdruck vorangetrieben, sodass am Silvesterabend der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte.
„An eine Sanierung der bestehenden Leitung ist erst im Frühjahr zu denken, wenn die derzeit gesperrte Abbruchstelle geologisch untersucht und allenfalls gesichert worden ist“, glaubt Fimml, der auf eine kräftige Unterstützung aus Mitteln des Katastrophenfonds hofft. Nach seinen groben Schätzungen werden allein die Kosten für die Tankwagenfahrten zwischen 60.000 und 70.000 Euro ausmachen, dazu kommen noch etwa 30.000 Euro für die Ersatzleitung. Wie viel die Sanierung der Bestandsleitung ausmachen wird, lasse sich noch nicht abschätzen.