Europas Leitbörsen starten überwiegend etwas fester ins neue Jahr

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag überwiegend mit etwas festeren Notierungen ins neue Jahr 2015 gestarte...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag überwiegend mit etwas festeren Notierungen ins neue Jahr 2015 gestartet. Für Unterstützung sorgte die Hoffnung der Anleger auf baldige Konjunkturspritzen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.30 Uhr bei plus 0,67 Prozent oder 21,11 Punkte bei 3.157,06 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt fiel indessen um minimale 0,02 Prozent oder 1,56 Zähler auf 9.803,99 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 um 0,42 Prozent oder 27,52 Punkte höher bei 6.574,52 Punkten.

Die Hoffnung auf neue EZB-Maßnahmen wurde von den jüngsten Aussagen der EZB-Vertreter Mario Draghi und Peter Praet geschürt. In einem Interview mit dem Handelsblatt hatte Draghi gesagt, die EZB sei bei der Wahrung der Preisstabilität stärker gefordert als noch vor einem halben Jahr. „Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist jedenfalls höher als vor sechs Monaten“, so der EZB-Präsident. Darüber hinaus betonte er noch einmal die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation. Seit Juli ist die Inflationsrate im Durchschnitt bei 0,3 Prozent gelegen.

Zuvor hatte bereits der EZB-Chefvolkswirt Peter Praet die Bereitschaft der EZB zu breit angelegten Staatsanleihenkäufen bekräftigt. Er befürchte, dass die Inflation im Euroraum 2015 wegen des Ölpreisverfalls „für einen längeren Zeitraum“ unter Null Prozent sinke, sagte er der „Börsen-Zeitung“. Die EZB könne in dem Fall nicht tatenlos zusehen.

Datenseitig stehen zum Jahresauftakt Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes an. In der Eurozone wird sich die Aufmerksamkeit insbesondere auf die endgültigen Daten aus Italien und Spanien richten, da für diese Länder keine Erstschätzung vorliegt. Am Nachmittag rückt dann die USA mit ihrem Einkaufsmanagerindex für die Industrie in den Fokus.

Unternehmensseitig gab es nur wenige nennenswerte Nachrichten. Ölwerte zeigten sich im Frühhandel im Plus, nachdem die Ölpreise wieder etwas gestiegen waren. So waren im Euro-Stoxx-50 Total (plus 1,33 Prozent) und Eni (plus 1,31 Prozent) weit oben auf der Kurstafel zu finden. An der Börse in London gewannen zudem Tullow Oil 1,52 Prozent.

Daneben waren Bankwerte gesucht. An die Spitze des europäischen Leitindex setzten sich BBVA mit plus 1,76 Prozent gefolgt von Intesa Sanpaolo mit plus 1,73 Prozent. Größter Kursverlierer im Euro-Stoxx-50 war im Frühhandel BMW. Die Aktien des Autobauers verloren 1,01 Prozent.

Im London sorgte die Royal Bank of Scotland für Aufsehen. Presseberichten zufolge drohen der britischen Bank empfindlich höhere Strafzahlungen für mutmaßliche Vergehen aus der Zeit der Finanzkrise. Die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von sogenannten Ramschpapieren in den USA könnten die Bank mehr als 5 Mrd. britische Pfund kosten, schrieb die britische „Times“. Die Titel fielen um klare 1,19 Prozent und sackten damit ans Ende des „Footsie“ Index ab.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA066 2015-01-02/09:37