Zagrebs OK-Chef: Kostelics wird es nie wieder geben
Nach der Absage im Vorjahr geht mit der Snow-Queen-Trophy in Zagreb einer der Top-Events im Weltcup wieder über die Bühne. Im Interview gibt OK-Chef Vedran Pavlek einen Einblick hinter die Kulissen des Ski-Klassikers.
Zagreb ist eine der Top-Veranstaltungen im Weltcup. Wie erleichtert ist man, dass es nach der Absage im Vorjahr nun mit der Veranstaltung doch wieder klappt?
Pavlek: „Es war nach dem, was im Vorjahr passiert ist, natürlich eine Riesen-Erleichterung. Wir hatten zwar schon Schnee, aber Gott sei Dank hat der Wetterbericht, der ab 26. Dezember Kälte versprach, auch gestimmt. Jetzt haben wir eine gute Schneeauflage, wir hatten aber auch sehr viel Arbeit in den letzten Tagen. Nun ist alles in Top-Zustand, auch die Einfahrpisten. Unmittelbar nach dem Weltcup wird das Skigebiet am 8. Jänner für das Publikum geöffnet.“
Wie viele Personen sind für die Organisation der Snow Queen Trophy tätig?
Pavlek: „Der Kern besteht aus 20 Personen. In den letzten Wochen haben aber an die 500 Leute mitgearbeitet. Am Renntag werden bis zu 2.000 Personen im Einsatz sein.“
Wie dramatisch wäre eine neuerliche Absage gewesen? Wäre eventuell sogar die Zukunft der Veranstaltung gefährdet gewesen?
Pavlek: „Wir sind ja bis 2019 fix im Kalender. Aber natürlich wären zwei Absagen in Folge nicht gut gewesen, weder für die Stadt, noch die Sponsoren oder die Medien. Wir haben daher alles getan, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Weil unsere Speicherteiche zu klein sind, haben wir Wasser auch in Tankwagen hergebracht.
Wie groß ist das mediale Echo?
Pavlek: „Es kommen 500 Journalisten, davon 200 aus dem Ausland. Wir haben Live-Übertragungen in 20 Länder. Das ist nicht nur für uns, sondern auch für den Skisport wichtig.“
Die Veranstaltung setzt auf den Erfolgen der Kostelic-Geschwister auf, 200.000 Besucher sind seit der Premiere vor elf Jahren gekommen. Janica ist schon 2007 zurückgetreten, Ivica wird nicht mehr allzu lange fahren. Ist die Snow Queen Trophy mittlerweile groß genug, um auch ohne die Kostelics zu funktionieren?
Pavlek: „Nach Janicas Rücktritt sind immer noch an die 15.000 Leute gekommen, da fuhr aber noch eine Ana Jelusic. Aber auch ohne eine kroatische Vorzeigeläuferin kommen seitdem zwischen 7.000 und 9.000 Zuschauer, das ist ein gutes Zeichen. Aber eines ist klar. Eine Janica und einen Ivica Kostelic wird es nie mehr geben.“
Jelusic oder eine Nika Fleiss haben die Erwartungen nicht erfüllt und sind längst zurückgetreten. Was tut der kroatische Verband, um wieder Spitzenfahrer zu bekommen?
Pavlek: „Wir investieren gerade sehr in den Nachwuchs und haben drei, vier extrem gute junge Leute. Es wird aber nicht über Nacht gehen, dass die im Weltcup fahren. Aber in den nächsten drei, vier Jahren werden wir Läufer aufbauen, die auf das Podest fahren können. Etwa gute Läufer wie Filip Zubcic, der in Alta Badia Siebenter geworden ist und zweitbeste Zeit im Finale gefahren ist. Davon haben wir einige.“
Warum sollten österreichische Ski-Fans 2015 nach Zagreb kommen?
Pavlek: „Weil echt was los ist. Wir haben am Sonntag ein Apres-Ski direkt im Weltcup-Gelände zwischen Damenrennen und dem Legendenrennen, bei dem erstmals auch Michi Dorfmeister mitfährt. Wir hoffen auf viele Zuschauer aus Österreich, es ist ja mit dem Auto nicht sehr weit.“
Das Gespräch führt Hans Gödel/APA