Beratungen nehmen zu
Von Verena Hofer...
Von Verena Hofer
St. Johann i. T. –Viel zu tun gab es im vergangenen Jahr für die Mitarbeiter des Mädchen- und Frauenberatungszentrums in St. Johann. Eine starke Steigerung gab es bei der Nachfrage, die telefonischen Anfragen sind um rund 40 Prozent gestiegen. Obfrau Renate Magerle begründet dies mit der gestiegenen Sensibilität: „Frauen trauen sich mehr hinaus und wollen mit jemanden über ihre Probleme sprechen.“ Nicht immer werden sie gelöst, aber im gemeinsamen Gespräch Lösungen erarbeitet.
Ein Tabuthema ist laut Magelre noch immer die Gewalt. Unterschieden wird zwischen körperlicher und psychischer Nötigung. „Es geht mehr auf Liebes- und Geld-, aber auch Kindentzug“, weiß Magerle aus ihrer Erfahrung. Für viele Hilfesuchenden geht es um die Existenzgrundlage. Besonders ältere Frauen sind davon betroffen. „Frauen wissen oft nicht, woher sie Unterstützung bekommen“, sagt die Obfrau und ergänzt, dass im Beratungszentrum „Hilfe zur Selbsthilfe“ gegeben wird. Viel Druck gibt es durch die schlechte Wirtschaftslage – die Angst, den Job zu verlieren, ist groß. Während der Feiertage blieb die Einrichtung geschlossen. Einen telefonischen Notdienst gibt es aber auch außerhalb der Öffnungszeiten.
Gestiegen ist auch die Nachfrage bei den drei Notwohnungen, die das Mädchen- und Frauenberatungszentrum im Bezirk Kitzbühel vergibt. Untergebracht können rund vier Frauen und sieben bis acht Kinder werden. „In der Hauptsaison wie jetzt im Winter findet man sonst keine Wohnung“, erzählt Magerle. Rund ein halbes Jahr dürfen die Frauen dort wohnen, währenddessen wird gemeinsam nach einer neuen Bleibe gesucht.