Angriffe auf schwedische Moscheen - Regierung kündigt Maßnahmen an

Stockholm (APA) - Die Regierung in Stockholm hat nach einer Serie von Anschlägen auf muslimische Gebetsstätten in Schweden Maßnahmen zur Bek...

Stockholm (APA) - Die Regierung in Stockholm hat nach einer Serie von Anschlägen auf muslimische Gebetsstätten in Schweden Maßnahmen zur Bekämpfung anti-muslimischer Strömungen im Land angekündigt. Sowohl Premier Stefan Löfven als auch Innenminister Anders Ygeman wollen den Dialog zwischen Regierung, Behörden und den Religionsgemeinschaften vertiefen.

Löfven verurteilte die jüngsten, offensichtlich anti-muslimisch motivierten Brandattacken gegen Moscheen in Eskilstuna, Eslöv und Uppsala scharf. „In Schweden soll sich niemand bei der Ausübung seiner Religion fürchten müssen“, so der Regierungschef in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TT.

Er sei mit den obersten Repräsentanten der muslimischen, jüdischen und christlichen Glaubensgemeinschaften bereits in Kontakt, um deren Sicherheitsbedürfnisse und sonstige Anliegen zu klären. Löfven stellte ein erhöhtes Budget zum Schutz der Einrichtungen von Glaubensgemeinschaften in Aussicht.

Innenminister Ygeman konstatierte eine gewisse Furcht unter Muslimen, derartige Attacken überhaupt anzuzeigen und forderte einen vertieften Dialog zwischen Regierung, Behörden und den Religionsgemeinschaften. Erfahrungen aus dem seit Jahren verstärkten Schutz von Synagogen und anderer Einrichtungen jüdischer Gemeinden könnten als Modell für eine systematische Sicherheitsarbeit zwischen Behörden und muslimischen Gemeinschaften dienen, meinte Ygeman.

Die schwedische Polizei hatte bereits am Donnerstag vorübergehend ihre Patrouillentätigkeit in der Nähe muslimischer Einrichtungen verstärkt. Mögliche weitere Maßnahmen sollen bei einem landesweiten Treffen der Polizeispitzen kommende Woche besprochen werden.

Für den heutigen Freitag sind in Stockholm, Göteborg und Malmö Solidaritätskundgebungen für die muslimischen Mitbürger geplant. Bereits nach dem Brandanschlag von Eskilstuna am 25. Dezember, bei dem fünf Menschen zu Schaden kamen, hatte sich die einheimische Bevölkerung mit der Glaubensgemeinschaft solidarisiert und Blumen und symbolische Herzen in den ausgebrannten Gebetsraum der Moschee gebracht.