Europas Leitbörsen drehen im Mittagshandel in den roten Bereich

Frankfurt am Main (APA) - Schwache Daten aus der Eurozone haben die anfänglich gute Stimmung an den europäischen Leitbörsen am Freitag im Ve...

Frankfurt am Main (APA) - Schwache Daten aus der Eurozone haben die anfänglich gute Stimmung an den europäischen Leitbörsen am Freitag im Verlauf etwas eingetrübt. Der Euro-Stoxx-50 verlor 11,93 Einheiten oder 0,38 Prozent auf 3.134,50 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.35 Uhr mit 9.729,06 Punkten und einem Minus von 76,49 Einheiten oder 0,78 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London gab 10,51 Zähler oder 0,16 Prozent ab und steht nun bei 6.555,58 Stellen.

Die Einkaufsmanagerindizes für den Währungsraum sind überwiegend schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es aus dem Handel. In Frankreich fiel der endgültige Wert noch einmal schlechter aus als zunächst ermittelt und ging gegenüber dem Vormonat um 0,9 auf 47,5 Punkte zurück. Auch in Spanien, das in den vergangenen Monaten noch mehrmals positiv überrascht hatte, trübte sich die Stimmung laut erstmals vorgelegten Daten stärker als erwartet ein.

In Italien trübte sich das Sentiment unter den Unternehmen ebenfalls weiter ein, während Experten mit einer Aufhellung gerechnet hatten. Dagegen bestätigte sich für Deutschland die in einer ersten Schätzung bereits ermittelte deutliche Verbesserung der Stimmung im Dezember. Der Marktit-Index für die Industrie in der Eurozone stieg zudem im Dezember leicht um 0,5 auf 50,6 Punkte an. Experten hatten jedoch mit einem etwas höheren Wert von 50,8 Punkten gerechnet.

Im Frühhandel konnte noch die Hoffnung der Anleger auf baldige Konjunkturspritzen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) für Unterstützung sorgen. So hatte EZB-Chef Mario Draghi in einem Interview mit dem Handelsblatt gesagt, die EZB sei bei der Wahrung der Preisstabilität stärker gefordert als noch vor einem halben Jahr. Darüber hinaus betonte er noch einmal die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation. Zuvor hatte bereits der EZB-Chefvolkswirt Peter Praet die Bereitschaft der EZB zu breit angelegten Staatsanleihenkäufen bekräftigt.

Unter den Kursgewinnern im Euro-Stoxx-50 waren im Mittagshandel einige Bankwerte zu finden. An die Spitze der Kurstafel setzten sich Societe Generale mit plus 1,56 Prozent. Datinger rangierten Intesa Sanpaolo (plus 1,49 Prozent) und UniCredit (plus 1,50 Prozent).

Auch Ölwerte hielten sich weiter in der Gewinnzone, nachdem die Ölpreise wieder etwas zulegen konnten. Im Euro-Stoxx-50 waren Total (plus 0,19 Prozent) und Eni (plus 0,41 Prozent) weit oben auf der Kurstafel zu finden. An der Börse in London präsentierten sich BG Group um 0,64 Prozent höher.

Royal Bank of Scotland notierten dagegen mit minus 1,89 Prozent unter den größten Kursverlierern im „Footsie“. Presseberichten zufolge drohen der britischen Bank empfindlich höhere Strafzahlungen für mutmaßliche Vergehen aus der Zeit der Finanzkrise. Die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf von sogenannten Ramschpapieren in den USA könnten die Bank mehr als 5 Mrd. britische Pfund kosten, schrieb die britische „Times“.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA197 2015-01-02/12:44