Landespolitik

Jugendland kämpft um Spielfläche

© Jugendland

Kinderheim lädt Politik zu weiteren Gesprächen über umstrittenen Grundverkauf ein.

Innsbruck –Das Kinder- und Jugendheim im Innsbrucker Stadtteil Arzl wird seit 1987 im Auftrag des Landes vom Verein Jugendland Tirol geführt. Um die in den Jahren 2007 bis 2009 durchgeführte Generalsanierung finanzieren zu können, wurde damals ein Teilverkauf der im Eigentum des Landes befindlichen Liegenschaft beschlossen. Die Idee dafür sei seitens des Jugendlandes gekommen und man habe mit einer Fläche von 1000 bis maximal 1200 m² gerechnet, erklärt Jugendland-Geschäftsführer Reinhard Halder gegenüber der TT.

Das Problem entstand, als dem Kaufwerber vom Land schließlich eine Fläche von über 1800 m² zugestanden wurde. Für Jugendland undenkbar. „Einerseits geht es um den Verlust wichtiger Spielflächen. Andererseits sind aber auch Konflikte mit den zukünftigen Nachbarn vorprogrammiert“, erklärt Halder und verweist darauf, dass die rund 50 Kinder und Jugendlichen des Heimes gerne und oft im Freien spielen.

Bereits Ende 2011 hatte die geplante Errichtung einer Kletterwand als Abgrenzung zum vorgesehenen Wohngebäude für Wirbel gesorgt. Kritiker sahen darin eine getarnte Lärmschutzwand, eine solche ist nämlich Teil der Verkaufsvereinbarung mit einem Bauträger. Kinder- und Jugendanwältin Elisabeth Harasser etwa bezeichnete die Vorgangsweise des Landes damals als enttäuschend.

Im Februar 2012 wurde der geplante Verkauf der Freifläche vom Tiroler Landtag an den Finanzausschuss zurückverwiesen und von diesem ausgesetzt. Es sollte eine Lösung gefunden werden, die auch den Interessen der Kinder und Jugendlichen gerecht wird.

Zufällig habe man nun erfahren, dass in der Regierungssitzung im November 2014 der Deal erneut Thema war und abgesegnet wurde, berichtet Jugendland-Geschäftsführer Halder. Er zeigt sich enttäuscht, dass Jugendland nicht mehr in die Prozesse miteinbezogen und nun vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

„Wir sind dankbar, dass unsere Gebäude mit großem Aufwand saniert wurden und haben uns daher auch nie gegen einen Verkauf einer Teilfläche ausgesprochen. Stets aber vor dem Hintergrund, dass die Eingriffe in den Lebens- und Freizeitbereich der Kinder mit Maß und Ziel und vor allem unter Berücksichtigung der Interessen der uns anvertrauten Kinder erfolgen“, hofft GF Reinhard Halder doch noch auf weitere Gespräche, ehe auch der Landtag das Geschäft beschließt. Halder hat deshalb Landeshauptmann Günther Platter, Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, die für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe zuständige Landesrätin Christine Baur sowie Vertreterinnen und Vertreter des Landtags zu einem Lokalaugenschein eingeladen. „Vielleicht besteht doch noch die Möglichkeit, eine gemeinsame Lösung zu finden“, so Halder. (TT, np)

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