Broker - Rückversicherungspreise fallen weiter

Bewies am Ende des Grunddurchgangs, dass man sich auf ihn verlassen kann – Haie-Goalie Patrick Machreich feierte ein Shut-Out.
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Frankfurt (APA/Reuters) - Der Preisverfall im Rückversicherungsmarkt dürfte sich nach Einschätzung von Maklern in diesem Jahr noch verschärf...

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Preisverfall im Rückversicherungsmarkt dürfte sich nach Einschätzung von Maklern in diesem Jahr noch verschärfen. Über fast alle Produkte und Regionen hinweg seien Nachlässe zu erwarten, prophezeite der Broker Willis Re am Freitag. Während die Zahl der Anbieter steige, sinke die Nachfrage der Kunden - der Erstversicherer. Das gelte insbesondere in schadenarmen Zeiten.

Willis Re erwartet deshalb, dass die lange erwartete Konsolidierung der Rückversicherungsbranche nun an Fahrt aufnimmt. Ein „Weiterso“ könne es gerade für die kleineren Anbieter nicht mehr geben. Die Unternehmen müssten nach Größe streben und sich breiter aufstellen. „Das neue Mantra heißt Diversifizierung“, erklärte Willis-Re-Chairman Peter Hearn.

Willis ist die Nummer drei unter den Maklern. Sie gab ihren Jahresausblick als erstes ab, die anderen großen Häuser folgen in den kommenden Tagen. Ihre Prognosen dürften allerdings nicht viel positiver ausfallen. Schon länger klagen große Rückversicherer wie Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück darüber, dass ihnen branchenfremde Anbieter wie Hedgefonds und Pensionskassen Kunden abjagen. Auf der Suche nach Rendite bieten die neuen Rivalen unter anderem Absicherungen gegen Naturkatastrophen in den USA an. Die angestammte Branche will sich nach offiziellem Bekunden zwar auf keine Rabatt-Schlachten einlassen. Doch die Ratingagenturen schauen inzwischen genauer hin, ob die Rückversicherer überhaupt noch ihre Kapitalkosten verdienen. Vor allem kleinere Rückversicherer kämpfen um Marktanteile. Zusätzliche Belastung ist für alle das Niedrigzinsumfeld.

Mit Spannung werden nun die Ergebnisse der Preisverhandlungen zwischen den Rückversicherern und ihren Kunden im Jänner erwartet. Dann steht traditionell ein großer Teil des Europa-Geschäfts zur Erneuerung an. Die hiesigen Rahmenbedingungen dürften den Kunden in die Hand spielen - zuletzt hatte es relativ wenig Großschäden gegeben.

Swiss Re hatte vor Weihnachten eingeräumt, 2014 sei eines der schadenärmsten Jahre seit langem gewesen. Die versicherten Schäden hätten sich nach vorläufigen Schätzungen auf 34 Mrd. Dollar (28 Mrd. Euro) summiert. Branchenführer Münchener Rück will die Schätzungen für die Schadenbelastung der Branche am 7. Jänner veröffentlichen.