Sri Lanka warnt Europäer vor Einmischung in Präsidentenwahl
Colombo (APA/AFP) - Die Regierung in Sri Lanka hat die Europäer vor einer Einmischung in die Präsidentenwahl kommende Woche gewarnt, bei der...
Colombo (APA/AFP) - Die Regierung in Sri Lanka hat die Europäer vor einer Einmischung in die Präsidentenwahl kommende Woche gewarnt, bei der Präsident Mahinda Rajapakse eine Wiederwahl anstrebt. Ausländische Regierungsvertreter sollten bei internen Wahlen nichts „vorschreiben“, erst recht nicht wenige Tage vor der Abstimmung, erklärte das Außenministerium am Freitag in einer in scharfem Ton formulierten Erklärung.
Das Ministerium in Colombo warf den EU-Botschaftern vor, sich zu sehr in eine „ausschließlich innere Angelegenheit“ einzumischen. Sri Lanka sei fähig, freie und faire Wahlen abzuhalten. Die EU-Botschafter in Colombo hatten die srilankische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung aufgerufen, sicherzustellen, dass die Bürger „ihre Führung ohne Gewalt oder Furcht“ wählen können.
Der Oppositionskandidat Maithripala Sirisena hatte zuvor die Sorge geäußert, dass Präsident Rajapakse die Armee einsetzen könnte, um die tamilische Minderheit im Norden des Landes an der Stimmabgabe zu hindern. Die Tamilen lehnen Rajapakse überwiegend ab, ihre größten Parteien haben sich ebenso wie Vertreter der muslimischen Minderheit hinter Sirisena gestellt.
Rajapakse hatte mit einer massiven Militäroffensive den Aufstand der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Norden des Landes 2009 niedergeschlagen und damit den 37-jährigen Bürgerkrieg beendet. Zwar halten viele Bürger Rajapakse zugute, den Frieden im Land wiederhergestellt zu haben, doch sieht er sich zugleich Vorwürfen ausgesetzt, bei der blutigen Schlussoffensive gegen die Tamilen schwere Kriegsverbrechen begangen zu haben. Kritiker werfen ihm zudem vor, mit harter Hand gegen Oppositionelle sowie kritische Journalisten und Bürgerrechtler vorzugehen.