Eishockey-Open-Air am Bergisel: Der große Traum lebt weiter
Im Klagenfurter Wörtherseestadion steigt am Samstag das Open-Air-Derby zwischen dem KAC und Villach. Der Traum von einem „Winter Classic“ am Innsbrucker Bergisel lebt indes weiter.
Von Alex Gruber
Innsbruck – Die Erste Bank Eishockey Liga hat sich ab sofort die jährliche Austragung eines „Winter Classic“ in die Agenden geschrieben. Was vor fünf Jahren in Klagenfurt vor 30.500 Zuschauern mit einem 3:1-Sieg der Villacher über den KAC begann und heute vor insgesamt 19 TV-Kameras eine spektakuläre Wiederholung findet, soll „part of the game – Teil des Programms“ in der EBEL werden. Zumindest einmal pro Saison, mit variablem Austragungsort. In den Städten Pula, Laibach und Budapest fanden schon Spiele statt.
In der deutschen Eishockeyliga steigt am 10. Jänner ein Winter Classic zwischen Düsseldorf und den Kölner Haien, in der National Hockey League siegten die Washington Capitals am Neujahrstag im Baseball-Stadion vor 42.832 Zuschauern mit 3:2 über die Chicago Blackhawks. 105.491 Fans hatten am 1.1.2014 im Michigan-Stadium für eine Weltrekord-Kulisse gesorgt.
Es mutet doppelt bitter an, dass zum 20-Jahr-Vereinsjubiläum der Haie die fast fix und fertigen Pläne für ein derartiges Freiluft-Spekaktel vorerst wieder in der Schublade verschwunden sind. „Wir hätten es gerne gemacht. Es ist aber leider nicht realisierbar gewesen, weil nicht alle politischen Teile an einem Strang gezogen haben. Aber der Traum lebt natürlich weiter“, führt HCI-Obmann Günther Hanschitz aus. Fred Steinacher, ehemals Sportchef der TT, Initiator und Organisator dieses Projektes, bläst ins selbe Horn: „Das Basiskonzept steht, es braucht ein gemeinsames Ja.“ Mitte November zur Eröffnung der Christkindlmärkte mit einem prestige- und kaufträchtigen Nord-Südtirol-Derby gegen Bozen und einem weiteren Match (z. B. gegen Salzburg) sei terminlich im alten Kalenderjahr kokettiert worden – bei einem Fassungsvermögen von 18.000 Zuschauern; Zuschauereinnahmen wurden nicht budgetiert.
„Schon das Herausgehen aus der Kabine erzeugte ein Gänsehaut-Gefühl“, erinnert sich indes Ex-Hai und Villach-Routinier Gerhard Unterluggauer gerne an 2010 zurück und verspürt vor dem größen Kärntner Eishockey-Derby schon wieder das ganz große Prickeln. In den Reihen der Haie steht mit Roland Kaspitz auch einer, der vor fünf Jahren im Klagenfurter Wörtherseestadion mit einem Tor und Assist für die Villacher Adler glänzte: „So ein Match vergisst man nicht. Die Atmosphäre war einfach unglaublich.“ Ein mögliches Event am Innsbrucker Hausberg lässt auch Kaspitz mit der Zunge schnalzen: „Das wäre ein Traum. Und würde den Sport natürlich unglaublich pushen.“
Gefehlt hat in der Finanzierung ein Viertel, ca. 100.000 Euro im veranschlagten 400.000-Euro-Budget. In Klagenfurt sollen sich die Kosten auf eine halbe Million belaufen. Vielleicht weckt der neidvolle Blick nach Kärnten jene Kräfte, die den Eishockey-Traum am Innsbrucker Bergisel – ein Flutlicht soll in Zukunft ja auch kommen – wahr werden lassen.