Saudi-Arabiens Großmufti: Festakte zum Prophetengeburtstag „Sünde“

Riad (APA/dpa) - Der Großmufti von Saudi-Arabien, Scheich Abdul Aziz Al-Asheikh, sieht Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Mohammed...

Riad (APA/dpa) - Der Großmufti von Saudi-Arabien, Scheich Abdul Aziz Al-Asheikh, sieht Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Mohammed als „Sünde“ an. Wie die saudiarabische Zeitung „Arabnews“ am Samstag berichtete, bezeichnete der Geistliche diese Tradition bei einer Predigt als Aberglauben.

Die sündige Praxis habe sich nach den drei Jahrhunderten, in denen die Gefährten des Propheten und deren Nachfolger lebten, in den Islam eingeschlichen. Jene, die andere drängten, den Geburtstag des Propheten zu feiern, nannte er böse und korrupt.

Muslime weltweit begingen am Samstag den „Maulid al-Nabi“. In Ägypten gibt es an dem Tag spezielles Nussgebäck. Weil die koptischen Christen in wenigen Tagen ihr Weihnachten feiern, nutzten Politiker die in diesem Jahr dicht aneinanderliegenden Feiertage, um die nationale Einheit zu beschwören. Tunesier erinnern bei Gottesdiensten und Familienbesuchen an die Geburt des Propheten (ca. 570-632 n. Chr.) in Mekka.

Im Jemen nahm die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida das Fest zum Anlass, um die schiitischen Huthis zu bedrohen. Die Extremisten rieten Sunniten, „Maulid“-Feierlichkeiten zu meiden, da Huthi-Versammlungen legitime Anschlagziele seien.