Ausgebrannte Fähre in Brindisi - Staatsanwälte an Bord des Wracks

Brindisi/Wien (APA) - Sechs Tage nach dem tödlichen Brand an Bord der Autofähre „Norman Atlantic“, durch den elf Personen ums Leben gekommen...

Brindisi/Wien (APA) - Sechs Tage nach dem tödlichen Brand an Bord der Autofähre „Norman Atlantic“, durch den elf Personen ums Leben gekommen sind, sind die ermittelnden italienischen Staatsanwälte am Samstag im Hafen der süditalienischen Stadt Brindisi an Bord des Wracks gegangen. Zusammen mit einem Expertenteam wurde die Sicherheitslage des Schiffes überprüft.

Obwohl die Flammen schon seit mehreren Tagen gelöscht sind, seien die Temperaturen in mehreren Teilen des Schiffes, vor allem im Autodeck, immer noch sehr hoch, berichtete der Chef der Hafenbehörde von Brindisi, Mario Valente. Fachleute überprüfen die Blackbox in der Hoffnung, Informationen über die Ursachen des Unglücks zu bekommen.

Die Staatsanwaltschaft von Bari ermittelt gegen sechs Personen, darunter Besatzungsmitglieder und Verantwortliche der Schifffahrtsgesellschaft, gegen den Kapitän und den Besitzer der italienischen Reederei Visemar, die die Fähre an die griechische Anek Lines verchartert hatte. Ihnen wird unter anderem mehrfache Körperverletzung und fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Inzwischen werden noch 15 Personen vermisst, berichtete der Staatsanwalt der süditalienischen Stadt Bari, Giuseppe Volpe. Unter den Vermissten sind einige Lkw-Fahrer. Die genaue Zahl der Passagiere ist wegen fehlerhafter Listen jedoch weiter unklar. Acht der neun Leichen, die geborgen wurden, konnten identifiziert werden.

Bei dem Brand an Bord des Schiffes waren elf Personen ums Leben gekommen, fünf Österreicher wurden gerettet. Zwei Seeleute eines Schleppkahns starben durch einen Unfall bei der Bergung. Die Behörden befürchteten weitere Todesopfer, da sich auch Flüchtlinge als blinde Passagiere im Schiffsrumpf befanden und viele Fahrgäste in ihren Kabinen schliefen, als das Feuer ausbrach.