Schüsse auf Kundgebung von Oppositionskandidat in Sri Lanka
Colombo (APA/AFP) - Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka haben Unbekannte auf einer Kundgebung der Opposition das Feuer erö...
Colombo (APA/AFP) - Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka haben Unbekannte auf einer Kundgebung der Opposition das Feuer eröffnet. Die Angreifer hätten von einem Geländewagen aus geschossen, als der wichtigste Oppositionskandidat Maithripala Sirisena die Versammlung in seinem Heimatbezirk Polonnaruwa gerade verlassen wollte, teilte das Büro des Kandidaten mit.
Ein Parteivertreter sagte, es gebe einen Verletzten. Sirisena sei aber unversehrt geblieben. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein. Eine Festnahme sei noch nicht erfolgt.
Erst am Freitag hatte es einen Angriff auf eine Wahlkampfkundgebung Sirisenas gegeben. Mutmaßliche Anhänger der Regierung warfen bei der Veranstaltung in Pelmadulla Steine in die Menge. Mindestens 20 Menschen wurden schwer verletzt. Sirisena, der dem Angriff knapp entging, machte Präsident Mahinda Rajapakse verantwortlich.
Rajapakse strebt bei dem Urnengang am kommenden Donnerstag seine Wiederwahl an. Er hatte 2009 mit einer massiven Militäroffensive den Aufstand der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Norden des Landes niedergeschlagen und damit den 37-jährigen Bürgerkrieg beendet. Dies halten ihm viele Bürger zugute, doch sieht sich der Präsident zugleich Vorwürfen ausgesetzt, bei der blutigen Schlussoffensive gegen die Tamilen Kriegsverbrechen begangen zu haben. Kritiker werfen ihm zudem vor, mit harter Hand gegen Oppositionelle sowie kritische Journalisten und Bürgerrechtler vorzugehen.
Die örtliche Beobachtungsgruppe Kampagne für freie und faire Wahlen (CaFFE) erhielt in jüngster Zeit nach eigenen Angaben mehr als tausend Beschwerden über Gewalt im Zusammenhang mit der Wahl. Der Organisation zufolge ist die Gewalt gut organisiert und richtet sich gezielt gegen die Opposition. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben lediglich 245 Beschwerden wegen Gewalt. Sie nahm aber 130 Menschen fest, darunter einen Vizeminister und 13 andere gewählte Politiker.
Die srilankesische Regierung hatte die Europäische Union am Freitag vor einer Einmischung in die Präsidentenwahl gewarnt. Zuvor hatten die EU-Botschafter in Colombo die Regierung aufgerufen, dafür zu sorgen, dass die Bürger „ihre Führung ohne Gewalt oder Furcht“ wählen können. Sirisena war bis November Gesundheitsminister. Er verließ die Regierung und die Präsidentenpartei Sri Lanka Freedom Party (SLFP), um im Namen der oppositionellen United National Party (UNP) für die Präsidentschaft zu kandidieren.