McDonald 2 - 2015 „Jahr der Kinder- und Jugendgesundheit“
Wien (APA) - Große Erwartungen setzt Hauptverbands-Vorsitzender Peter McDonald in die beschlossene Gesundheitsreform, die nun umgesetzt werd...
Wien (APA) - Große Erwartungen setzt Hauptverbands-Vorsitzender Peter McDonald in die beschlossene Gesundheitsreform, die nun umgesetzt werden muss. Obwohl die Österreicher mit ihrem Gesundheitswesen jetzt schon „in einer beneidenswerten Situation“ seien, könne das System mit Reformen „fit für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts“ gemacht werden, meinte McDonald im APA-Interview.
Mit der beschlossenen Reform hätten Bund, Länder und Sozialversicherung die Grundlage geschaffen, damit „die Rädchen stärker ineinandergreifen“. Im nächsten Schritt müssten nun in der Umsetzung alle an einem Strang ziehen, um Doppelgleisigkeiten zu beseitigen und Steuer- sowie Beitragsgelder effizienter einzusetzen, meinte der Sozialversicherungs-Chef.
Für die neue Primärversorgung, mit der Ärzte untereinander sowie mit anderen Gesundheitsberufen besser vernetzt zusammenarbeiten und damit die Spitäler entlasten sollen, sollen bis 2016 in allen Bundesländern Pilotprojekte starten. In Wien soll es zumindest zwei schon im Frühjahr geben. Die Verträge, in denen auch die Finanzierung geregelt wird, werden noch ausverhandelt. Klar ist für McDonald aber schon, dass sich Bund, Länder und Sozialversicherung nicht so wie bisher gegenseitig die Kosten zuschieben, sondern gemeinsam agieren. Auch für die telefonische Erstberatung, die eine erste Anlaufstelle für Patienten sein soll, wird es ab 2016 in Wien, Niederösterreich und Vorarlberg die ersten Pilotprojekte geben.
Keinen Änderungsbedarf sieht McDonald für die Gruppenpraxen, für die sich die Mediziner wünschen, dass Ärzte andere Ärzte anstellen dürfen. Derzeit gibt es 222 Gruppenpraxen mit 501 beteiligten Ärzten. Für McDonald zeigen die Zahlen, dass dies von den Ärzten ganz gut angenommen werde. Der Hauptverbands-Chef bietet den Ärzten aber Gespräche für attraktivere Arbeitsbedingungen an, um etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Den von der Ärztekammer beklagten Ärztemangel kann McDonald aber nicht erkennen. Es gebe zwar „in Einzelfällen“ Probleme bei der Nachbesetzung von Stellen, Österreich sei aber eines der Länder mit der höchsten Ärztedichte.
2015 will der Chef der Sozialversicherungen zum „Jahr der Kinder- und Jugendgesundheit“ machen. Schon bei Kindern will er mit der Gesundheitsförderung beginnen. Anfang des neuen Jahres will er dazu ein Gespräch mit Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) führen und verweist auf bestehende Pilotversuche für einen Gesundheitscheck oder ein Gesundheitscoaching für Kinder. Bis Ende des Jahres sollen auch 300 zusätzliche Betten für Kinder-Rehabilitation in Österreich ermöglicht werden. Die Finanzierung dafür ist schon gesichert, jetzt sollen noch Gespräche mit den Anbietern geführt werden. Und schließlich verweist McDonald auch auf die ab Mitte 2015 beschlossene frühkindliche Erstberatung beim Zahnarzt sowie die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche mit schweren Fehlstellungen.
Bei der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) geht der Hauptverbands-Chef davon aus, dass die Ärzte bald ihren Widerstand aufgeben werden. Er verweist darauf, dass die Ärzte auch gegen die heute allseits geschätzte E-Card anfangs großen Widerstand geleistet haben und prophezeit: „Ein Jahr nach der Einführung von ELGA wird es keine Aufregung mehr geben.“ McDonald geht auch davon aus, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr geben wird. Die Qualität ist zwar für ihn wichtiger als der Zeitplan, gleichzeitig will er auch „den Druck aufrecht erhalten“, dass das System Ende 2015 in den ersten Spitälern zum Einsatz kommen kann. Auch die eingebrachten Verfassungsklagen werden nach Ansicht McDonalds keine Verzögerungen bewirken. ELGA solle Erleichterungen für die Ärzte bringen, damit sie ihre Patienten besser betreuen können, und für die Versicherten: „Die Österreicher haben es satt, in jedem Spital und bei jedem Arzt ihre Krankengeschichte neu erzählen zu müssen.“