Nordische Kombination

Bieler: „Ich kann derzeit nicht einmal den Sohnemann halten“

Der Blick getrübt, der Körper geschwächt: Christoph Bieler kämpft um sein Comeback.
© gepa

Schlafprobleme und Schmerzen auf der linken Körperhälfte: Für ÖSV-Kombinierer Christoph Bieler wird der Weg zurück beinhart.

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck –„Geht so“, antwortet Christoph Bieler auf die Frage, ob er gut ins neue Jahr gerutscht sei. Auf einen Neujahrsvorsatz hat der ÖSV-Kombinierer diesmal gepfiffen, denn sein Ziel steht seit dem 20. Dezember des Vorjahres fest: Nach seinem Sturz auf der Sprungschanze in Ramsau will er sich zurückkämpfen: „Ich will bei der WM im Februar dabei sein“, betont der 37-Jährige unnachgiebig.

Ein gewagtes Vorhaben angesichts seiner physischen Situation: Fünf Rippen und drei Querfortsätze zur Wirbelsäule sind gebrochen. „Ich kann nur im Sitzen auf der Couch schlafen“, sagt Bieler. Er merke, dass es eine schwere Verletzung sei. „Neben den Brüchen ist noch viel mehr beleidigt, eigentlich die ganze linke Seite.“ Mit einer Therapie hat der Absamer bereits begonnen. „Trotzdem sehe ich das Ganze positiv, weil es Sachen sind, an denen man arbeiten kann.“

Zu Weihnachten, als Bieler aus dem Fenster seines Hauses im Kaunertal blickte, hielt sich die Wehmut noch in Grenzen. Alles braun, kein Schnee in Sicht. Aber seit die Landschaft in Weiß gehüllt ist, hat es der Team-Olympiasieger eilig. Während seine zwei Kinder im Garten mit der Rodel herumtollen, muss sich Bieler in Geduld üben und die Zähne zusammenbeißen. „Wenn draußen alles weiß ist, tut es noch mehr weh. Ich kann derzeit nicht einmal meinen Sohnemann Jakob halten.“ Nächste Woche wolle er wieder auf Langlaufskiern stehen, auf den Ergometer hatte er sich bereits neun Tage nach seinem Sturz geschwungen. „Ich bin drauf gesessen, wie wenn ein alter Mann mit dem Waffenrad einkaufen fährt.“

In seiner Karriere war der Tiroler bisher vor gröberen Verletzungen gefeit, also wolle er jetzt, im reiferen Alter, „nicht groß raunzen“. „Es ist so, wie es ist, gewisse Sachen haben einen Sinn.“ Nach Schonach im Schwarzwald wäre er gerne mitgereist. „Der Schwarzwaldpokal hat dort große Tradition, jeder fährt gerne hin.“ Weil der Glaube bekanntlich Berge versetzen kann, hat Bieler noch viel vor. „Von jeder Seite höre ich, dass sechs bis acht Wochen Pause sein müssen.“ Er wolle aber in Seefeld (16. bis 18. Jänner) dabei sein: „Körper und Geist sollen sich an diesem Ziel orientieren.“

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561