Vier Monate vor Parlamentswahl Machtkampf bei „Wahren Finnen“
Helsinki (APA) - Vier Monate vor der Parlamentswahl in Finnland ist bei der rechtspopulistischen Partei „Wahre Finnen“ der seit längerem sch...
Helsinki (APA) - Vier Monate vor der Parlamentswahl in Finnland ist bei der rechtspopulistischen Partei „Wahre Finnen“ der seit längerem schwelende Richtungsstreit zu einem Machtkampf um die Spitze geworden. Der einen scharfen Anti-Ausländerkurs vertretende Jussi Halla-Aho hat am Sonntag den EU-skeptischen und populistischen Timo Soini als Parteichef öffentlich infrage gestellt.
Der 43-jährige Halla-aho behauptete in einem Interview für die Mediengruppe „Lännen Media“, der mehrere wichtige Tageszeitungen angehören, Soinis in punkto Zuwanderung zurückhaltender Kurs entspreche nicht mehr der Meinung der Basis. Die „Führung der Partei“ täte daher gut daran, dies zu berücksichtigen.
Halla-Aho war vor zwei Jahren in höchster Instanz wegen Störung des Religionsfriedens und Schürens ethnischen Hasses zu Geldstrafen verurteilt worden. 2011 hatte er sich mit der über Facebook verbreiteten Meinung, Griechenland brauche zur Lösung seiner Probleme eine Militärjunta, Schwierigkeiten eingehandelt.
Soini wollte Halla-Aho schon mehrmals los werden. Dieser konnte sich aber dank starken Rückhalts im ultra-rechten Parteiflügel und starker Vorzugsstimmenergebnisse bei den jüngsten Urnengängen im Sattel halten. Die „Wahren Finnen“, die sich auf Englisch offiziell als „Finns Party“ bezeichnen, verfügen derzeit über 37 der 200 Sitze im Parlament in Helsinki und über zwei der 13 EU-Abgeordneten Finnlands.
Im Europaparlament gehören die „Wahren Finnen“ gemeinsam mit den übrigen rechtspopulistischen Parteien Nordeuropas der Rechtsfraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ (EFDD) an, die vom britischen EU-Gegner Nigel Farage gegründet wurde.