Giorgos Papandreou - wagemutiger Politprofi

Athen (APA/dpa) - Giorgos Papandreou pokert gerne hoch - auch bei der Gefahr einer schweren Schlappe. Ein 2010 mühsam geschnürtes internatio...

Athen (APA/dpa) - Giorgos Papandreou pokert gerne hoch - auch bei der Gefahr einer schweren Schlappe. Ein 2010 mühsam geschnürtes internationales Rettungspaket für das praktisch bankrotte Griechenland setzte er als Ministerpräsident aufs Spiel, in dem er ein Referendum ankündigte, das ihm politische Rückendeckung für soziale Einschnitte geben sollte.

Das riskante Manöver kostete ihn das Amt, er trat 2011 zurück; die Volksabstimmung fand nicht statt. Nun riskiert der 62-Jährige mit der Gründung einer neuen Partei die Zersplitterung und das Ende der linken Traditionspartei Pasok.

Papandreou entstammt einer der großen griechischen Polit-Dynastien. Schon sein Großvater Georgios Papandreou und sein Vater Andreas Papandreou waren griechische Ministerpräsidenten. Die sozialistische Pasok, in der er politisch groß wurde, wurde von seinem Vater 1974 gegründet. Er selbst war zwischen 2009 und 2011 während der schlimmsten Phase der Finanzkrise Regierungschef.

Nicht immer spricht Papandreou völlig fehlerfrei Griechisch. Er wurde in den USA geboren, hat lange in den USA und in Schweden gelebt und in den USA und Großbritannien studiert. In Athen wird ihm wie vielen anderen Mitgliedern der politischen Führung Günstlingswirtschaft vorgehalten. Papandreou hat Ausdauer, nicht nur politisch. Der Nichtraucher fährt viel Fahrrad, rudert und ist gertenschlank. Er hat zwei Kinder.