Papst ernennt sizilianischen „Migrantenbischof“ zum Kardinal

Rom/Vatikanstadt (APA) - Während täglich hunderte Flüchtlinge Süditaliens Küste erreichen, hat Papst Franziskus am Sonntag angekündigt, den ...

Rom/Vatikanstadt (APA) - Während täglich hunderte Flüchtlinge Süditaliens Küste erreichen, hat Papst Franziskus am Sonntag angekündigt, den sizilianischen „Migrantenbischof“ Francesco Montenegro zum neuen Kardinal zu ernennen. Montenegro, Erzbischof der Diözese Agrigent, zu der auch die Mittelmeerinsel Lampedusa gehört, wird im Februar ins Kardinalskollegium aufgenommen.

Die Aufnahme des 68-jährigen Erzbischofs ist zumindest nach traditionellen Maßstäben eine Überraschung, denn Montenegro zählte bisher nicht zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf die Kardinalswürde. Er gehört zu den engagiertesten kirchlichen Fürsprechern von Flüchtlingen in Italien. Im Juli 2013 hatte er den Papst bei seinem Besuch auf Lampedusa begleitet. Die Insel ist in den vergangenen Jahren zum Symbol der Flüchtlingstragödie im Mittelmeer geworden.

Das Mittelmeer hatte Montenegro wegen der vielen ertrunkenen Flüchtlinge als „flüssigen Friedhof“ bezeichnet. In der italienischen Bischofskonferenz leitet der aus Messina stammende Montenegro die Migrationskommission. Von 2003 bis 2008 war er Präsident von Caritas Italien.

Der italienische Innenminister, Angelino Alfano, der wie Montenegro aus Sizilien stammt, gratulierte dem Erzbischof zur Aufnahme ins Kardinalkollegium. „Montenegro hat tausenden Migranten auf der Suche nach Zukunftsperspektiven geholfen“, so Alfano.

Laut Bischof Gian Carlo Perego, Generaldirektor der von Montenegro geleiteten Stiftung Migrantes, die sich für Flüchtlinge engagiert, erkannte der Papst nicht nur den Einsatz des Erzbischofs, sondern der ganzen sizilianischen Kirche für die Migranten an. Zwischen 2011 und 2014 seien auf Sizilien und Lampedusa mehr als 300.000 Flüchtlinge eingetroffen.