Entgeltliche Einschaltung

Licht aus in Köln: Altstadtpanorama während Pegida-Aufzugs im Dunkeln

Köln (APA/AFP) - Angesichts neuer geplanter Pegida-Demonstrationen haben Gegner des islamfeindlichen Bündnisses in verschiedenen deutschen S...

  • Artikel
  • Diskussion

Köln (APA/AFP) - Angesichts neuer geplanter Pegida-Demonstrationen haben Gegner des islamfeindlichen Bündnisses in verschiedenen deutschen Städten zu Gegenkundgebungen aufgerufen. In Köln sollte am Montagabend das historische Altstadtpanorama samt Kölner Dom aus Protest als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit im Dunkeln bleiben.

Auch in Dresden planten Gegner der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) neue Aktionen. Die christlichen Kirchen gingen auf scharfe Distanz zu der islamfeindlichen Bewegung.

Entgeltliche Einschaltung

Nach Angaben der Stadt Köln und des Unternehmens RheinEnergie sollten die Lichter am Dom sowie an allen Kölner Rheinbrücken, am Rathaus sowie an öffentlichen und historischen Gebäuden für die Dauer der Pegida-Demonstration ausgeschaltet bleiben. Damit beziehe Köln „klare Position gegen irrationalen Fremdenhass und Ausgrenzung“, erklärte Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD). Zuvor hatte bereits die Dresdner Semperoper während der Pegida-Umzüge demonstrativ ihre Außenbeleuchtung abgeschaltet.

Der Kölner Domprobst Norbert Feldhoff sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, die katholische Kirche sei gegen Ausgrenzung und für Religionsfreiheit in Deutschland. Wer bei „Kögida“ - dem Kölner Ableger der Dresdner Pegida-Bewegung - mitlaufe, unterstütze automatisch extreme Ansichten, warnte Feldhoff.

Auch der frühere EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider übte scharfe Kritik an Pegida. „Christen haben auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen“, sagte er der „Rheinischen Post“ vom Montag. Gleichwohl sprach sich Schneider grundsätzlich dafür aus, den Dialog mit den Pegida-Demonstranten zu suchen, die am Abend neben Köln und Dresden auch in Berlin auf die Straße gegen wollten.

Der Rat für Migration rief die Politik auf, sich ernsthafter als bisher mit der Pegida-Bewegung auseinanderzusetzen. Den umstrittenen Demonstrationen könne nicht allein mit kurzfristigen Appellen begegnet werden, sagte der Ratsvorsitzende Werner Schiffauer in Berlin. Es gehe ein „Riss durch die Gesellschaft“: „Hier kommt etwas zum Tragen, was eine längere Vorgeschichte hat.“

In Köln erwartete die Pegida-Bewegung am Montag nach eigenen Angaben rund 500 Teilnehmer, bei den zwei Gegendemonstrationen rechneten die Veranstalter mit insgesamt rund 2.000 Teilnehmern.

In Dresden hatten sich zuletzt kurz vor Weihnachten rund 17.500 Menschen an den Pegida-Demonstrationen beteiligt. Für diesen Montag hatte das Bündnis „Dresden für alle“ erneut zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. Geplant war außerdem, mit einem „Neujahrsputz“ den Ort der Pegida-Demonstration anschließend symbolisch zu reinigen. Die Dresdner Polizei erwartete einige tausend Demonstranten.

Auch in Berlin wurde zu Protesten gegen den Pegida-Ableger „Bärgida“ aufgerufen. Allein die Türkische Gemeinde rechnete mit bis zu 10.000 Gegendemonstranten.


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung