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Planungsverband lässt Hotelketten abblitzen

Mehrere Hotelprojekte scheiterten an der Stellungnahme des Zillertaler Planungsverbandes. Auch in Schlitters ist ein Hotel geplant.

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Von Angela Dähling

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Zillertal –Das touristisch sehr erfolgreiche Zillertal ist ein begehrter Platz bei international agierenden Hotelketten. „Wir haben viele Anfragen von Ketten, die auf Grundstückssuche im Tal sind“, weiß Thekla Hauser vom Zillertaler Planungsverband. Die meisten davon weist sie mit einem freundlichen Dreizeiler ab. Der Grund: „Die Neuerrichtung von Großbeherbergungsbetrieben sowie von Kettenhotels entspricht im Grundsatz nicht den regionalen strategischen Zielsetzungen, da Tourismus­investitionen weitgehend aus regionaler Wirtschaftskraft entstehen sollen.“ So lautet ein Satz im Strategieplan Zillertal, den alle 25 Zillertaler Gemeinden unterzeichnet haben. Er ist zwar nicht rechtlich bindend, die Stellungnahmen des Verbandes in puncto Raumordnung hat aber einen hohen Stellenwert bei den Entscheidungsträgern im Amt der Tiroler Landesregierung.

„Bestehende Betriebe sollen sich erweitern können. Und was auf bereits entsprechend gewidmetem Grund gebaut wird, darauf können wir keinen Einfluss nehmen“, erklärt der Zillertaler Planungsverbandsobmann BM Hansjörg Jäger aus Ried.

Rund 50.000 Gästebetten gibt es derzeit im Tal. In Ried wollte die Hotelkette „Explorer“ ein Hotel bauen, erzählt Jäger. Sie setzt mit trendiger Ausstattung und Preisen um 39 Euro pro Person und Nacht auf junge Gäste. „Wir haben uns ihr Hotel im Montafon angeschaut. So etwas brauchen wir bei uns nicht“, ist Jäger überzeugt.

Auch neben der Therme in Fügen gab es auf einem privaten Grundstück Hotelpläne. Unterlagen seien aber bisher nicht eingereicht worden, heißt es aus dem Fügener Gemeindeamt. Laut Jäger seien inzwischen mehr als ein halbes Dutzend Hotelprojekte, für deren Realisierung eine Umwidmung nötig gewesen wäre, seitens des Planungsverbandes abgelehnt worden.

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Nach wie vor offen ist, wie das Kolbitsch-Areal in Schlitters künftig genutzt wird. Die Bergbahnen Hochzillertal hatten 2012 das 39.000 m² große Areal um 5,5 Mio. Euro netto gekauft. „Uns wurden unlängst Pläne für das Areal präsentiert. Wir im Gemeinderat sind grundsätzlich dafür – vorbehaltlich der Stellungnahme des Planungsverbandes, dem die Pläne demnächst vorgestellt werden“, sagt BM Friedl Abendstein. Ein Hotel sei Teil des Projektes. Zwei Drittel des Grundes seien als Gewerbe-/Industriegrund gewidmet, ein Drittel Sonderfläche Sägewerk. Nähere Auskünfte zum Projekt will Abendstein nicht geben: „Erst, wenn alles fix ist.“ Den Schlitterer Bürgern stelle er das Projekt aber gerne vor. Hansjörg Jäger hat eine genaue Vorstellung der weiteren Vorgehensweise: „Da müssen die Landesräte Geisler, Tratter, die Beamten, die Projektwerber, der Planungsverband und die Gemeinde Schlitters gemeinsam an einem Tisch sitzen, damit es keinen Weg durch eine Hintertür gibt“, sagt er. Heinz Schultz war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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