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Deutsche Wirtschaft schwächelt - Exporte und Produktion gesunken

Wiesbaden/Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im November den Rückwärtsgang eingelegt. Exporte und Produktion schrumpften jew...

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Wiesbaden/Berlin (APA/Reuters) - Die deutsche Wirtschaft hat im November den Rückwärtsgang eingelegt. Exporte und Produktion schrumpften jeweils, nachdem zuvor schon die Industrieaufträge unerwartet deutlich gesunken waren. Damit dürfte Europas größte Volkswirtschaft im vierten Quartal wohl nur um 0,1 oder 0,2 Prozent gewachsen sein, sagen Ökonomen.

Die Ausfuhren fielen um 2,1 Prozent schwächer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das war bereits der zweite Rückgang in Folge. Er fiel zudem überraschend kräftig aus: Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 0,15 Prozent gerechnet. Während die Nachfrage nach Waren „made in Germany“ aus der Eurozone und den anderen EU-Staaten wie Großbritannien und Polen zulegte, nahm sie im Rest der Welt ab.

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„Die Exportdynamik ist schwach“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Für das neue Jahr sieht es aber besser aus.“ Ein Grund dafür sei der Ölpreis, der sich binnen nur eines halben Jahres halbiert hat. „Das ist ein Konjunkturpaket für die Weltwirtschaft - gerade für die rohstoffärmeren Schwellenländer Asiens wie China, Indien und Thailand“, so Treier. „Das stärkt die Kaufkraft der Mittelschicht und stützt die Nachfrage nach deutschen Produkten.“ Die Abwertung des Euro mache diese zudem preislich attraktiver.

Die Unternehmen drosselten zudem ihre Produktion. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten zusammen 0,1 Prozent weniger her als im Oktober. Hier hatten Ökonomen mit einem kleinen Plus gerechnet. Während die Bau- und wegen des milden Wetters vor allem die Energieproduktion schrumpften, fuhr die Industrie ihre Erzeugung den dritten Monat in Folge nach oben - wenn auch nur um 0,3 Prozent. „Die Industrie dürfte wieder auf einen moderaten Aufwärtstrend eingeschwenkt sein“, erklärte das deutsche Wirtschaftsministerium. Allerdings steht der Aufschwung auf wackligen Beinen: Die Industrieaufträge waren im November um 2,4 Prozent zurückgegangen - dreieinhalb mal so kräftig wie erwartet.

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„Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“, sagte Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Die geopolitische Lage lässt derzeit nicht mehr zu - vor allem der Russland-Konflikt und die damit einhergehende Verunsicherung in der Wirtschaft.“ Mehr als ein Wachstum von 0,2 Prozent im vierten Quartal sei nicht drin. UniCredit-Ökonomen Andreas Rees erwartet nur ein Plus von 0,1 Prozent.

Wachstumsstütze ist vor allem der private Konsum. Er wird derzeit nicht nur von der Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen angekurbelt, sondern auch von den stark gesunkenen Energiepreisen. Die Importe legten im November im Gegensatz zu den Exporten zu. „Der Anstieg spricht für einen anziehenden Konsum“, sagte Analyst Rainer Sartoris von der Privatbank HSBC Trinkaus.


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