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Attacke in Paris - Imame in Frankreich: Attentäter keine „Muslime“

Paris (APA/AFP) - Während des Freitagsgebets haben Imame in ganz Frankreich den Anschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ scharf verur...

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Paris (APA/AFP) - Während des Freitagsgebets haben Imame in ganz Frankreich den Anschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ scharf verurteilt und zur Gewaltlosigkeit aufgerufen. Die Attentäter seien „Kriminelle, keine Muslime“, sagte der Geistliche Chabbar Taieb, der fünf Moscheen in Paris vorsteht.

Folge ihrer Bluttat sei nun, dass überall die Furcht vor Muslimen zunehme „und die Muslime ebenfalls in Furcht leben“. Als Wesenseigenschaft des Islam stellte Taieb die Sanftmut heraus. Muslime hätten kein Recht darauf, Gewalt anzuwenden, hob er hervor.

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Der Imam Abdel Qader Achour von der Omar-Moschee im Zentrum von Paris sagte, die Attentäter seien „keine Muslime, können nicht im Namen der Muslime sprechen“. Der Prophet Mohammed habe nicht die Gewalt gegen Nicht-Muslime gepredigt. Die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ hätten die Muslime nur mit der Feder angegriffen, „die Antwort darauf darf auch nur mit der Feder gegeben werden“.

„Auf die Karikatur antworten wir mit einer Karikatur, auf eine Zeichnung mit einer Zeichnung, auf einen Presseartikel mit einem Presseartikel, auf ein Interview mit einem Interview.“ Das sagte auch Mustafa Riad, Imam einer Moschee im südfranzösischen Montpellier.

Die islamischen Geistlichen riefen zugleich dazu auf, nicht mit Gewalt auf anti-islamische Ausschreitungen oder Anschläge zu reagieren. Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ am Mittwoch hatte es mehrere Angriffe auf muslimische Einrichtungen gegeben. „Auf solche Gewalt antworten wir mit friedlichem Widerstand“, sagte der Imam Belgacem Ben Said im westfranzösischen Nantes.

Die Mehrzahl der Imame appellierte ferner an die Gläubigen, sich an dem für Sonntag geplanten Gedenkmarsch in Paris für die Opfer des „Charlie Hebdo“-Anschlags zu beteiligen. Am Mittwoch hatten zwei offenbar radikal-islamistische Attentäter die Redaktionsräume des Magazins gestürmt, das in der Vergangenheit wiederholt provokante Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte. Bei ihrem Anschlag töteten sie in der Redaktion und auf ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen. Während ihrer Tat riefen sie „Allah-u-Akbar“ (Gott ist groß).


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