Ronaldo, Messi oder doch endlich ein Neuer?
Tormann oder Torjäger? Der Dreikampf um die Auszeichnung als Weltfußballer zwischen Weltmeister Neuer und den Weltmarken Ronaldo und Messi ist heute in Zürich auch eine Richtungsentscheidung.
Zürich – Mutiert die heutige FIFA-Gala (18.30 Uhr/Eurosport und Sky) wieder zur Ronaldo-Show oder hält mit Manuel Neuer erstmals ein Tormann den Goldenen Ball in seinen Händen? Als großer Favorit auf die Wahl zum Weltfußballer des Jahres gilt Cristiano Ronaldo. Der Vorjahresgewinner holte in der vergangenen Saison mit Real Madrid die Champions League, den Club-WM-Titel, den nationalen Cup und den europäischen Supercup und erzielte dabei Tore am Fließband. Die Herausforderer des Portugiesen heißen Lionel Messi und Manuel Neuer.
Messi, mit vier Auszeichnungen Rekord-Weltfußballer, führte Argentiniens Nationalteam ins WM-Finale und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Allerdings blieb der 27-Jährige mit dem FC Barcelona in den vergangenen Monaten ohne Titel und erreichte dabei nicht sein absolutes Top-Niveau.
Nicht zuletzt deshalb werden Neuer bessere Chancen im Kräftemessen mit Ronaldo eingeräumt. Der Deutsche krönte sich in Brasilien zum Weltmeister und sicherte sich außerdem mit dem FC Bayern das nationale Double aus Meisterschaft und Pokal. Doch selbst Karl-Heinz Rummenigge glaubt nicht wirklich an einen Triumph Neuers. „Wenn ich mir in den letzten Tagen die Meinungen der Fachleute anschaue, rechnen diese eher mit Ronaldo. Wenn ich ehrlich bin, befürchte ich das auch“, sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende.
Für Rummenigge wäre Neuer aber der verdiente Triumphator. UEFA-Präsident Michel Platini habe es richtig ausgedrückt, so der Bayern-Chef: „Die Weltmeisterschaft müsste in einem WM-Jahr den entscheidenden Faktor bilden. Sie ist das wichtigste Event.“
Neuer könnte als erster Tormann und erster Profi der deutschen Bundesliga die prestigeträchtige Auszeichnung erhalten. Er wäre erst der zweite deutsche Sieger nach Lothar Mattäus (1991 als Spieler von Inter Mailand). Für Ronaldo wäre es nach 2008 und 2013 die dritte Ehrung als Weltfußballer. „Favorit bin ich nicht“, lautete die Kernaussage des deutschen Nationaltorhüters, dem bewusst ist, dass die Strahlkraft seines WM-Titels die „beiden weltweiten Marken“, wie Neuer seine Konkurrenten Ronaldo und Messi selbst einordnete, nicht zwangsläufig überragen muss. Schon den Podiumsplatz empfindet Deutschlands Fußballer des Jahres als „große Ehre für mich“.
Ein Programmpunkt der FIFA-Gala ist auch die Bekanntgabe der Weltauswahl, die seit 2005 von der internationalen Spielergewerkschaft (FIFPro) gewählt wird. David Alaba ist für einen Platz in der Abwehr nominiert und könnte es als erster Österreicher in den elitären Kreis schaffen. Im UEFA-Team des Jahres 2014 wurde der Wiener bereits berücksichtigt. (APA, w.m.)
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