Standort Tirol

Raffl baut jetzt Flutlicht ab, Oppitz steht hinter Kofel-Team

Auf der Heiligwasserwiese gehen die Lichter aus, am Mittwoch beginnt der Abbau des Flutlichts.
© TT / Thomas MURAUER

Transfer der Beleuchtung auf die Berger Alm in Steinach beginnt am Mittwoch, mangelnde Beschneiung am Patscherkofel sorgt für Debatten.

Von Peter Nindler und Manfred Mitterwachauer

Innsbruck, Igls –Zuerst die Lampen, dann die Masten: Am Mittwoch beginnt die Firm­a Raffl, der u. a. das Skigebiet Berger Alm in Steinach gehört, mit dem Abbau der Flutlichter am Innsbrucker Patscher­kofel. „Die Masten werden wir dann abends mit dem Hubschrauber abtransportieren, um den Skibetrieb nicht zu stören“, sagt Geschäftsführer Florian Raffl. Die Demontage erfolge auf Kosten von Raffl, der ehemalige Kofel-Betreiber Peter Schröcksnade­l hat sie nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Stadt Innsbruck dem Tiroler Skiverband geschenkt.

Aufgebaut werden soll das Flutlicht dann auf der so genannten „Variante 1a“, die von der Bergstation der Berger Alm talwärts in die Familienabfahr­t einmündet. „Dort hatten wir bereits einmal Flutlicht, für 80 Prozent besteht bereits eine Genehmigung“, betont Raffl. Dass es möglicherweise ein Problem mit der Strahlkraft der Lampen gibt, glaubt Raffl nicht. „Sie werden nicht viel heller sein als unsere.“ Das Genehmigungs­verfahren wird dann nach der Skisaison eingeleitet, im Sommer sollen die Lichtmasten errichtet werden.

Die Beleuchtung auf der Heiligwasserwiese am Patscherkofel war vor Jahren aber Anlass für ein Positionspapier zur Pistenbeleuchtung durch die Tiroler Umweltanwaltschaft. Das Papier wurde im Februar 2011 erstellt, empfohlen wird dabei, dass nur die Piste und nicht die Umgebung von warm-weißen, amberfarbenen oder Natriumdampf-Lampen (gelbes Licht) beleuchtet wird.

Die Berger Alm wird die beleuchteten Strecken dann den Vereinen zum Abendtraining zur Verfügung stellen. Diese Bedingung hat Peter Schröcksnadel mit der Schenkung verknüpft.

Apropos Kofel: Die Kritik der vergangenen Wochen und Tage an der Pistenpräparierung am Patscherkofel nahm gestern Innsbrucks BM Christine Oppitz-Plörer am Rande eines Pressegesprächs zum Anlass, das Kofel­team zu verteidigen. Sie stehe „voll hinter den Mitarbeitern der Patscherkofelbahnen“. Offenbar hat die Beschneiung u. a. darunter gelitten, dass weniger Schneelanzen zur Verfügung stehen. Der Schneimeister ist laut Oppitz-Plörer derselbe, den auch schon die früheren Bahneneigentümer für die Präparierung angestell­t hätten. Es sei aber Fakt, dass im Zuge des Verkaufs an die Stadt nur noch 10 statt 28 Schneelanzen am Kofel zur Verfügung stünden. All jene Lanzen, die nach 2012 angekauft worden waren, und das sei Teil der Verkaufsbedingungen gewesen, wären von den früheren Besitzern abmontiert und inzwischen in Kössen aufgestellt worden, sagt Oppitz-Plörer. Darüber hinaus könne man am Patscherkofel – aber auch das sei seit Jahren schon so – nicht gleichzeitig die Liftanlagen und die Beschneiung betreiben. Das sei technisch derzeit nicht möglich.

Trotz der 40 Schneekanonen brauche man am Kofel aber „140 Froststunden, damit wir entsprechend beschneien können“. Der Arlberg benötige mit seinen Anlagen nur 40 Stunden, sagt die Bürgermeisteri­n: „Der Gemeinderat muss als­o entscheiden, ob wir in solch einen Standard investieren wollen oder ob wir beim wärmsten Dezember akzeptieren müssen, dass es Einschränkungen gibt.“ Mit dieser Frage soll auch der am Freitag tagende Patscher­kofelbeirat befasst werden.