Hochwasser: Hofbesitzer wehren sich
Die Aktionsgemeinschaft in Kundl ist gegen aktives Fluten und fordert ein Gespräch mit LHStv. Josef Geisler und Experten.
Von Michael Mader
Kundl, Radfeld –Den Bewohnern der Gebiete St. Leonhard und Weinberg in Kundl sowie betroffenen Bürgern in Radfeld reicht es. Die Besitzer von 18 Wohnhäusern und Hofstellen haben sich zu einer „Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Höfe und Wohnhäuser“ zusammengeschlossen.
„Im Falle eines Hochwassers sollen in Kundl und Radfeld zusätzlich durch aktives Fluten große Wassermengen durch technisch gesetzte Maßnahmen eingeleitet werden. Der maximale Wasserspiegel soll bei einem 100-jährigen Hochwasser statt wie bisher von 2,5 Meter auf 4,5 Meter erhöht werden“, berichtet der Kundler Vizebürgermeister Michael Dessl. Er wäre von der Maßnahme ebenfalls betroffen und ist Mitglied der Aktionsgemeinschaft.
Die Mitglieder stellen klar, dass sie sich nie gegen notwendige Retentionsräume im Inntal ausgesprochen hätten, eine weitere Wasseraufnahme als die bisher vorgesehenen 3,1 Millionen Kubikmeter auf einer Retentionsfläche von 319 Hektar sei aber nicht mehr tragbar.
„Angeblich braucht es diese Flutungen bei uns, weil für andere Gemeinden Hochwasserschutz geschaffen werden muss. Wir weisen darauf hin, dass wir in keinster Weise Verursacher dafür sind, trotzdem sollen als Ausgleich unsere Häuser und Höfe geflutet werden?“, fragt sich Dessl. Wie berichtet, ist er für eine gerechte Verteilung der Retentionsflächen von Innsbruck bis Kufstein.
Dessl: „Wir finden es auch unerträglich, dass von uns Haus- und Hofbesitzern in diesem Gebiet noch niemand eine Information vom Land Tirol erhalten hat und wollen nun ein Gespräch mit Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler und eine Stellungnahme des technisch Verantwortlichen in dieser Angelegenheit.
„Wir waren schon einmal unten und haben die Ortsbauern informiert. Natürlich treffe ich mich auch gerne mit der Aktionsgemeinschaft, hier werden zum Teil ja auch Unwahrheiten verbreitet“, sagt Geisler.
Schon jetzt würden Höfe bei einem Hochwasser zwei Meter unter Wasser stehen, „und wir wollen natürlich niemand das Wasser ins Haus leiten, sondern genau das Gegenteil. Zusätzlich überlegen wir uns auch Projekte, wie wir dem Wasser bereits im alpinen Gelände begegnen können“, sagt Geisler.
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