Asyl - 2014 um 78,6 Prozent mehr Aufgriffe in Tirol, Tendenz steigend
Innsbruck/Brenner (APA) - Die Tiroler Polizei hat 2014 mit 7.106 Flüchtlingen um 78,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor aufgegriffen (2013: 3.9...
Innsbruck/Brenner (APA) - Die Tiroler Polizei hat 2014 mit 7.106 Flüchtlingen um 78,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor aufgegriffen (2013: 3.978). Wie die Verantwortlichen der Exekutive am Montag in Innsbruck erklärten, stammten 2.487 aus Syrien, gefolgt von 1.799 Flüchtlingen aus Eritrea. Vergleichsweise niedrig war die Zahl der Asylanträge mit 521 (2013: 249). Für 2015 rechnet man in Tirol mit einem weiteren Anstieg.
Mit 81,2 Prozent wurde der Löwenanteil der Flüchtlinge in internationalen Reisezüge aufgegriffen (5.769). 93,1 Prozent der Flüchtlinge kamen aus Italien. Wenn man die Zahlen seit 2012 betrachtet, könne man von einem „dramatischen Anstieg“ sprechen, sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac. 2012 wurden in Tirol noch 1.925 Migranten aufgegriffen. Vor allem seit dem vierten Quartal 2013 sei jedoch ein „deutlicher“ Anstieg spürbar. Tirol sei neben Niederösterreich und Wien eines der am meisten betroffenen Bundesländer. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Österreich 33.540 Fremde aufgegriffen, erklärte Tomac.
In Tirol stellten 521 Flüchtlinge einen Asylantrag. Dies bedeute zwar eine Steigerung von 109 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Vergleich zu Rest-Österreich sei es aber ein „relativ niederer Prozentsatz“, räumte Tomac ein. Die meisten der Flüchtlinge würden Österreich nur als Durchzugsland betrachten und weiter nach Norden reisen wollen. Derzeit (Stand 31.12.2014) werden in Tirol 2.160 Asylwerber in der Grundversorgung betreut, erläuterte Harald Baumgartner, stellvertretender Leiter der Abteilung Fremdenpolizei. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 5.779 Menschen auf Basis von Rücknahmeabkommen in die Nachbarländer zurückgeschoben. Davon wurden 5.770 nach Italien gebracht, neun nach Deutschland. Umgekehrt wurden von Deutschland 197 und von Italien 13 „rückübernommen“.
106 Beamte seien landesweit für Schengen-Ausgleichsmaßnahmen (AGM) zuständig. Seit vergangenem November sind zudem auf den Zügen zwischen Trient und dem Brenner „Trinationale Streifen“ unterwegs, die sich aus Exekutivbeamten aus Österreich, Italien und Deutschland zusammensetzen, erklärte der Leiter der Abteilung Fremdenpolizei, Erich Lettenbichler. Seitdem seien „zahlreiche Aufgriffe“ durch die verstärkten Streifen und die erhöhte Polizeipräsenz in den Bahnhofsbereichen zwischen Trient und Brenner erfolgt. Im vergangenen Jahr wurden 136 Schlepper bei der Innsbrucker Staatsanwaltschaft angezeigt. „Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent“, erklärte der Landespolizeidirektor.
Ein neues Phänomen seien auch sogenannte „Großaufgriffe“, bei denen man mit bis zu 100 Asylsuchenden in einem Zug konfrontiert war, erläuterte Lettenbichler. Daher habe man gemeinsam mit dem Roten Kreuz auch einen Krisenplan ausgearbeitet. Künftig könne man bis zu 300 Personen gleichzeitig betreuen. Mit der Anhaltestelle Plon habe man in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz eine Einrichtung am Brenner, wo gleichzeitig bis zu 40 Menschen betreut werden können. Neben der Versorgung mit dem Nötigsten bieten wir dort auch medizinische Hilfe, sagte Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter Günther Ennemoser. In den Wintermonaten hätten die Aufgriffe etwas nachgelassen, ab dem Frühjahr werden sie aber wieder steigen, gab sich Ennemoser überzeugt.
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