Papst empfing Botschafter: Appell für Ukraine und Nahost
Vatikanstadt (APA) - Der Papst hat sich am Montag in einer Ansprache vor den im Vatikan akkreditierten Diplomaten mit den verschiedenen Kris...
Vatikanstadt (APA) - Der Papst hat sich am Montag in einer Ansprache vor den im Vatikan akkreditierten Diplomaten mit den verschiedenen Krisenherden der Welt befasst. Am Tag seiner Abreise nach Sri Lanka thematisierte er unter anderem die Konflikte in der Ukraine, Irak, Syrien und Nahost.
Für die Ukraine äußerte der Papst den Wunsch, „dass auf dem Weg des Dialogs die laufenden Anstrengungen vermehrt werden, um die Feindseligkeiten zu beenden“. Die Konfliktparteien sollten „so bald wie möglich“ und im Respekt des Völkerrechts „einen aufrichtigen Weg gegenseitigen Vertrauens und brüderlicher Versöhnung“ gehen.
Im Nahen Osten regt der Heilige Stuhl seit langem eine Zweistaatenlösung an. Sowohl das Volk der Palästinenser als auch jenes der Israelis sollten „endlich in Frieden leben“ können, in „klar definierten und international anerkannten Grenzen“, betonte Franziskus.
Der Heilige Vater befasste sich auch mit der Flüchtlingsfrage. Dabei hob er hervor, dass viele Menschen „nicht auf der Suche nach einer besseren Zukunft weg, sondern auf der Suche nach einer Zukunft überhaupt“ gingen. Bleiben sei mitunter gleichbedeutend mit einem sicheren Tod. Der Papst wies auch auf das Phänomen der Kindermigranten in Amerika hin. Allein flüchtende Minderjährige seien „leichte Beute“ und bräuchten genau deshalb mehr Aufmerksamkeit und Schutz.
In Nigeria denunzierte der Papst besonders die Entführung von Menschen, namentlich von Mädchen, um sie zu verkaufen. Dieser Menschenhandel „darf nicht weitergehen“, rief der Papst aus. In der Zentralafrikanischen Republik schmerze es ihn zu sehen, wie der gute Wille jener, die eine Zukunft des Friedens wollten, auf Widerstand und „egoistische Eigeninteressen“ treffen.
Franziskus wies auch auf „das grauenvolle Verbrechen der Vergewaltigung“ hin. Dieses sei „eine sehr schwere Beleidigung der Würde der Frau, die nicht nur im Intimen ihres Körpers vergewaltigt wird, sondern auch in ihrer Seele, mit einem Trauma, das schwerlich wieder ausgelöscht werden kann, und deren Folgen auch sozialen Charakter haben.“ Dieses Verbrechen geschehe nicht nur in Kriegsgebieten, so der Papst.
Im Arbeitsjahr des Heiligen Stuhles gilt der alljährliche Neujahrsempfang mit den im Vatikan akkreditierten Diplomaten als einer der politischen Höhepunkte. 180 Länder unterhalten diplomatische Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl.
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