Costa Concordia - Gedenkfeier auf Giglio drei Jahre nach Unglück
Giglio/Grosseto (APA) - Auf der italienischen Insel Giglio sind am dritten Jahrestag der Havarie der Costa Concordia Überlebende, Retter und...
Giglio/Grosseto (APA) - Auf der italienischen Insel Giglio sind am dritten Jahrestag der Havarie der Costa Concordia Überlebende, Retter und Angehörige der Opfer eingetroffen. Bei einer Messe soll am Dienstag den 32 Toten des Schiffsunglücks vom 13. Jänner 2012 gedacht werden.
Auch der italienische Umweltminister Gianluca Galletti und Vertreter der Reederei Costa Crociere, Betreiberin des verunglückten Schiffes, wollten an der Zeremonie teilnehmen. Um 21.45 Uhr, zu dem Zeitpunkt, als die Concordia den Felsen rammte, werden auf der ganzen Insel die Sirenen heulen, dann folgt eine Schweigeminute.
Der Gedenktag in der erste, an dem der havarierte Kreuzfahrtriese nicht mehr vor der Küste Giglios liegt. Das Wrack des Luxusliners wurde im Juli zur Abwrackung in die Hafenstadt Genua geschleppt. Der in Mitleidenschaft gezogene Meeresboden vor Giglio wird inzwischen wieder renaturiert. Dafür muss die Costa Crociere 85 Millionen Euro zahlen.
Der Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino in Grosseto befindet sich mittlerweile in der Endphase. Bei der nächsten Verhandlung am 21. Jänner sollen vier Zeugen der Verteidigung befragt werden. Am Tag danach ist das Plädoyer der Staatsanwaltschaft geplant. Mit einem Urteil wird spätestens Anfang Februar gerechnet.
Schettino, der nach dem Unglück fast sechs Monate unter Hausarrest verbracht hatte, wird mehrfache fahrlässige Tötung, das vorzeitige Verlassen des Schiffes während der Evakuierungsaktion sowie Verursachung von Umweltschäden vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 20 Jahren Haft.
Das mit 4.200 Passagieren - darunter 77 Österreicher - besetzte Schiff war am 13. Jänner 2012 vor Giglio auf einen Felsen aufgelaufen und binnen Stunden gesunken. Nach dem Unglück war heftige Kritik an der Betreibergesellschaft und am Kapitän laut geworden. Das Schiff sei viel zu spät evakuiert worden, der Kapitän zu früh von Bord gegangen und habe Hunderte Passagiere im Stich gelassen, hieß es.
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