Neue Präsidentin Kroatiens kündigte Reise nach Bosnien an
Sarajevo/Zagreb (APA) - Die neue kroatische Präsidentin Kolinda Grabar Kitarovic will ihre erste Auslandsreise nach Bosnien-Herzegowina täti...
Sarajevo/Zagreb (APA) - Die neue kroatische Präsidentin Kolinda Grabar Kitarovic will ihre erste Auslandsreise nach Bosnien-Herzegowina tätigen. Das kündigte die konservative Politikerin am Montagabend gegenüber dem bosnischen TV-Sender FTV an. Rund 17.000 Stimmen der bosnischen Kroaten hatten am Sonntag entscheidend zum Wahlsieg der ersten Frau in Kroatiens Präsidentenamt beigetragen.
Sie wolle sich vor allem dafür einsetzen, dass Bosnien-Herzegowina „endlich zu einem politisch emanzipierten Staat wird, der den Weg der Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der NATO entschlossen antritt“, betonte Grabar Kitarovic gegenüber dem bosnischen Sender. Dafür müssten kroatische Volksgruppen aber „endlich verfassungsmäßig und in jeder sonstigen Hinsicht auf dem gesamten Gebiet Bosniens gleichberechtigt“ sein, forderte die frisch gewählte Präsidentin Kroatiens.
Die Mehrheit der bosnischen Kroaten ist im größeren Landsteil, der Bosniakisch-Kroatischen Föderation, ansässig. Sie bemühen sich seit Jahren um eine eigene Entität im dem von Konflikten geprägten Balkanland. Die kroatische Regierung hat diese Bemühungen bisher nicht unterstützt. Grabar Kitarovic erklärte, jene Lösung zu unterstützen, die von legitimen Vertretern der kroatischen Volksgruppe in Bosnien vorgeschlagen werde.
Bosnien setzt sich aus zwei Landesteilen - die Bosniakisch-Kroatische Föderation und die Serbische Republik - sowie drei Staatsvölkern - Bosniaken, Serben und Kroaten - zusammen. Das komplizierte Staatsgebilde wurde Ende 1995 durch das Dayton-Friedensabkommen auf die Beine gestellt, wodurch der dreijährige Bürgerkrieg beendet wurde.
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