Taxan-Abwandlung möglicherweise auch bei Gallengangkarzinomen wirksam

Wien (APA) - Eine chemische Abwandlung des seit Jahren bekannten Chemotherapeutikums Paclitaxel - Nab-Paclitaxel - dürfte nicht nur bei fort...

Wien (APA) - Eine chemische Abwandlung des seit Jahren bekannten Chemotherapeutikums Paclitaxel - Nab-Paclitaxel - dürfte nicht nur bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs bzw. bei einem Mammakarzinom, sondern auch bei Gallengangkarzinomen wirken. Das haben Wissenschafter Wiener Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH herausgefunden.

„Gallengangskarzinome zählen zu den aggressivsten Tumorerkrankungen und haben bisher eingeschränkte medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten“, hieß es am Dienstag in einer Aussendung des CCC (Koordination: Christoph Zielinski). Taxane, z.B. Paclitaxel, wurden ehemals als Wirkstoffe aus der Rinde der Pazifischen Eibe als Krebstherapeutika entwickelt. Bei Nab-Paclitaxel handelt es sich um den Wirkstoff Paclitaxel, der an Albumin gebunden ist. Das soll eine bessere Aufnahme des Zellteilungs-Blockers in Tumore gewährleisten.

Laut der Aussendung dürfte Nab-Paclitaxel auch bei Gallengangskarzinomen hochwirksam sein, dies nach dem Versagen des ersten etablierten Therapieschemas mit den Substanzen Gemcitabin und Cisplatin. In Österreich erkranken pro Jahr knapp 800 Personen an einem solchen Karzinom. Die mittlere Lebenserwartung der Patienten beträgt derzeit nur rund ein Jahr.

Onkologe Gerald Prager vom Wiener CCC sagte dazu: „Das primäre Ziel bei einer aggressiven Erkrankung wie dem Gallengangskarzinom ist die Krankheitskontrolle unter Bewahrung oder Verbesserung der Lebensqualität. Wir wollen die Erkrankung stabilisieren und im Idealfall zu einer chronischen Krankheit machen. Erste Daten belegen, dass Nab-Paclitaxel eine hohe biologische Wirksamkeit bei geringen Nebenwirkungen besitzen dürfte.“

Die Wissenschafter stellen ihre Informationen beim Kongress über gastro-intestinale Karzinome der American Society of Oncology (ASCO; 15. bis 17. Jänner in San Francisco) vor. Eine große internationale Wirksamkeitsstudie ist bereits geplant.