Nominierung Ogoreks stürzte polnische Linke in Krise
Warschau (APA) - Die Nominierung von Magdalena Ogorek für die Präsidentschaftswahl 2015 hat die polnischen Sozialdemokraten (SLD) in eine Kr...
Warschau (APA) - Die Nominierung von Magdalena Ogorek für die Präsidentschaftswahl 2015 hat die polnischen Sozialdemokraten (SLD) in eine Krise gestürzt. Nach der Ernennung der 35-jährigen parteilosen Historikerin am vergangenen Freitag kündigte die Arbeitsunion (UP) die Wahlkoalition mit der SLD auf, wie Medien am Dienstag berichteten. Auch intern gab es scharfe Kritik an dem „neuen Offensive“ der Partei.
Die oppositionelle SLD wolle der Partei mit der Nominierung Ogoreks neues Leben einhauchen und auf sinkende Umfragewerte reagieren, wie die Zeitung „Rzeczpospolita“ berichtete. Das neue Projekt mit dem Titel „Die Goldenen 50 der SLD“, im Zuge dessen rund 50 junge Linkspolitiker bei einem Kongress in Warschau am 17. Jänner neue Gesetzesentwürfe diskutierten werden, soll dabei die Grundlage bilden.
Die jüngsten Maßnahmen und der Stil von Partei-Chef Leszek Miller löste in der SLD eine Welle der Kritik aus. Der frühere Parteichef Grzegorz Napieralski wurde nach öffentlicher Kritik an der SLD suspendiert. Auch anderen prominenten SLD-Mitgliedern wurde Medienberichten zufolge mit Suspendierung gedroht, wenn sie die Nominierung Ogoreks nicht akzeptieren.
Auch der Bündnispartner UP reagierte mit der Kündigung der Wahlkoalition. Die UP schließt nun nicht aus, dass sie ihren eigenen Präsidentenkandidaten aufstellen wird und alleine bei der Parlamentswahl auftreten werden, die auch 2015 veranstalten werden.
Jüngsten Umfragen zufolge würde die bisher weitgehend unbekannte Ogorek bei den Wahlen im Oktober sechs Prozent der Stimmen erhalten. Das wäre der dritte Platz - hinter dem aktuellen Staatsoberhaupt Bronislaw Komorowski (65 Prozent) und dem Kandidaten der rechtkonservativen PiS (Recht und Gerechtigkeit), Andrzej Duda (21 Prozent).
Kommentare